Tindersticks, Joe Henry, Pumarosa : Die Pop-Alben der Woche im Soundcheck

Jeden Freitag ab 21 Uhr stellen vier Popkritiker auf Radio Eins die Alben der Woche vor. Diesmal mit Tindersticks, Joe Henry, Bonnie „Prince“ Billy und Pumarosa.

Masters of Melancholy. Die Briten Tindersticks.
Masters of Melancholy. Die Briten Tindersticks.Foto: Tindersticks

Tindersticks: No Treasure but Hope (City Slang)

Wo, wenn nicht am Mittelmeer, könnte man in diesen Zeiten herzzerreißende Songs über das Sehnen und Hoffen schreiben? Die Tindersticks um Sänger Stuart A. Staples nahmen ihr neues Album auf der griechischen Insel Ithaka auf – und fanden dort zu einer neuen Klarheit ihrer melancholischen Klagelieder. Der Grundton der Briten ist auch nach fast 30 Jahren noch traurig, aber so viel Zuversicht enthielt ihr Kammerpop selten. Andreas Borcholte, Spiegel

Joe Henry: The Gospel According To Water (earMusic)

Joe Henry hatte eine niederschmetternde Diagnose erhalten: Prostatakrebs, Stadium IV. Im Grunde ein Todesurteil. Also setzte er sich hin und schrieb: über die Liebe zum Leben, die Vergänglichkeit, das Licht und den Schatten. Ein Jahr später ist ein Album entstanden, auf dem Henry die Americana mit einer derartigen Liebe und und Expertise durchmisst, dass es einem den Atem raubt. Und Joe Henry lebt. Torsten Groß, Moderator

Bonnie „Prince“ Billy: I Made A Place (Domino)

Sechs Jahre hat der Songwriter aus Kentucky dem Treiben der Musikformate zugeschaut – in der Hoffnung, das gehe schon vorbei. Jetzt kommt er mit eigenen Songs zurück und beschwört eine Welt im Hier und Jetzt. Die Landkommune als Antwort auf Dystopie, der Mindshift als die wahre Herausforderung. Das setzt er mit viel Spielfreude um, die kuschelige Band gibt keine Widerworte, und auch seinen Humor hat er behalten. Christine Heise, Radio eins

Pumarosa: Devastation (Caroline International)

Ganz so knuffig, wie es der Bandname vermuten lässt, klingen die Londoner nicht. Irgendwo zwischen Dream Pop und Drum-’n’-Bass-inspirierten Elektrobeats entsteht ihr „Industrial Spiritual“, wie die Band den eigenen Sound taufte. Nach überstandener Krebserkrankung der Sängerin Sängerin Isabel Muñoz- Newsome eine Vertonung der Verwüstungen des menschlichen Lebens – und der ewigen Hoffnung auf Erlösung. Hannes Soltau, Tagesspiegel

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