Transportflüge : Bundeswehr bringt Kunstschätze nach Afghanistan zurück

1300 völkerkundliche und archäologische Kulturgüter will die Bundeswehr am Freitag dem Nationalmuseum von Kabul übergeben. Die Kunstschätze lagerten bislang im Exil-Museum in der Schweiz und werden von der Bundeswehr nach Afghanistan geflogen.

Paris/Potsdam - Das Nationalmuseum war unter dem Taliban-Regime (1996 bis 2001) geplündert worden. Mit der Übergabe dieser Sammlung erhalte Afghanistan "einen Teil seiner Vergangenheit" zurück, erklärte Unesco-Generaldirektor Koichiro Matsuura. "Das Land braucht dies, um seine Identität wiederaufzubauen."

Wie ein Sprecher des Einsatz-Führungskommandos der Bundeswehr in Potsdam sagte, werden die Kunstschätze bei routinemäßigen Versorgungsflügen für das deutsche Einsatz-Kontingent der Nato-geführten Internationalen Afghanistan-Truppe (Isaf) mitbefördert. Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) hatte die Transporte von Deutschland nach Kabul demnach Afghanistans Außenminister Rangin Dadfar Spanta angeboten.

Museum nahm nur Spenden an

Die nun nach Kabul verbrachten Kunstschätze wurden nach Angaben der Unesco seit 1999 im afghanischen Exil-Museum im schweizerischen Bubendorf zusammengetragen und von ehrenamtlichen Experten katalogisiert. Um illegale Kunstausfuhren aus Afghanistan nicht zu ermutigen, kaufte das Exilmuseum keine Werke an, sondern nahm diese lediglich als Spenden von Privatleuten an. Wie ein Unesco-Sprecher sagte, waren unter den zusammengetragen Objekten offenbar auch einige aus der originalen Sammlung des 1930 eröffneten Nationalmuseums von Kabul. Mit Gewissheit könne dies noch nicht gesagt werden, da die ursprünglichen Inventarlisten große Lücken aufwiesen.

Nach dem Sturz des Taliban-Regimes wurde das Nationalmuseum von Kabul seit 2002 mit internationaler Hilfe renoviert. Das Exilmuseum in der Schweiz wurde nun wieder geschlossen. (tso/dpa)

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