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Trump freut sich mit : US-Rapper ASAP Rocky hat Schweden verlassen

ASAP Rocky und zwei Freunden drohten in Schweden mehrere Monate Haft wegen Körperverletzung. Doch der Rapper durfte zurück in die USA fliegen.

ASAP Rocky, rechts im Hintergrund, nach der Entscheidung des Gerichts in Stockholm
ASAP Rocky, rechts im Hintergrund, nach der Entscheidung des Gerichts in StockholmFoto: AFP/Fredrik PERSSON / TT NEWS AGENCY

Nach mehreren Wochen in schwedischer Untersuchungshaft sind der US-Rapper ASAP Rocky und zwei Mitangeklagte am Freitag freigelassen worden. Am Ende des dritten Verhandlungstages vor dem Stockholmer Bezirksgericht entschied der Richter, dass die drei Amerikaner bis zur Urteilsverkündung auf freien Fuß gesetzt werden. Das Urteil soll am 14. August fallen.

Aufnahmen schwedischer Medien zeigten, dass ASAP Rocky am späten Freitagabend mit einem Privatjet vom Flughafen Stockholm-Arlanda abhob. Fotos hielten zuvor fest, wie der 30 Jahre alte Musiker freudestrahlend in einem Fahrzeug saß.

US-Präsident Donald Trump, der sich für die Freilassung des 30-Jährigen eingesetzt hatte, twitterte nach der Gerichtsentscheidung: „ASAP Rocky aus dem Gefängnis entlassen und auf dem Weg nach Hause in die Vereinigten Staaten.“ In Anspielung auf den Namen des Rappers - die Abkürzung ASAP steht im Englischen für „as soon as possible“ – schrieb Trump weiter: „Komm so schnell wie möglich nach Hause.“

Privatjet mit ASAP Rocky an Bord
Privatjet mit ASAP Rocky an BordFoto: AFP/Fredrik PERSSON/TT NEWS AGENCY

Die drei Männer waren einen Monat in Schweden in Untersuchungshaft. Die Anklage lautete auf Körperverletzung. Die Männer hatten eingeräumt, Ende Juni im Stockholmer Zentrum einen 19-Jährigen geschlagen und getreten zu haben. Sie gaben an, sich von dem Mann bedroht gefühlt und aus Notwehr gehandelt zu haben.

Der Staatsanwalt folgte der Erklärung nicht. Er meinte, die drei hätten zusammen und im Einvernehmen miteinander das Opfer zusammengeschlagen. ASAP Rocky, der mit bürgerlichem Namen Rakim Mayers heißt, solle härter als die anderen beiden bestraft werden. Er hatte zugegeben, den Mann einige Meter weit geschleudert und anschließend auf seinen Arm getreten und ihn geboxt zu haben.

Der Verteidiger des Musikers sah seinen Mandanten völlig falsch dargestellt. Er forderte seine sofortige Freilassung. Auch die Anwälte der anderen beiden Angeklagten forderten eine Aufhebung der Untersuchungshaft.

Das Opfer, ein 19-jähriger Afghane, hatte mehreren Aussagen zufolge die Gruppe um den Rapper über längere Zeit verfolgt und sich mit dem Leibwächter gestritten. Zwei Frauen, die am Freitag als Zeugen aussagten, bestätigten, dass die US-Amerikaner den 19-Jährigen mehrfach aufforderten, sie in Ruhe zu lassen. Doch der Mann habe sich geweigert. Am Ende kam es zu einer Schlägerei, bei der er zu Boden geworfen und von mehreren Schlägen und Tritten getroffen wurde.

Ob bei dem Handgemenge Glasscherben oder Flaschen zum Einsatz kamen, wurde zur entscheidenden Frage in dem Verfahren. Das Opfer hatte ausgesagt, mit Glasscherben verletzt worden zu sein. An seinem Arm befanden sich Schnittwunden.

Die beiden Frauen, die bei der Auseinandersetzung anwesend waren, berichteten, dass jemand aus dem Gefolge des Rappers eine Glasflasche in der Hand hatte, sie sahen aber nicht, dass damit geschlagen wurde. Die drei Angeklagten gaben an, die Flaschen nur aus dem Weg geräumt zu haben, damit die anderen sie nicht nehmen konnten.

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US-Rapper ASAP Rocky in Stockholm vor Gericht
US-Rapper ASAP Rocky in Stockholm vor Gericht

Der Leibwächter, der eine zentrale Rolle in der Auseinandersetzung spielte, war nicht angeklagt, sagte aber schließlich als Zeuge aus. Auch er beschrieb den 19-Jährigen als aggressiv. Er habe den Eindruck gehabt, dass der junge Mann unter Drogen stand. Er habe den Mann als Bedrohung empfunden und versucht, ASAP Rocky vor ihm zu schützen, sagte er. „Er hatte etwas in der Hand. Ich wusste nicht, was es war.“

Als der 19-Jährige wiederholt auf ihn zukam, sei er schließlich von ASAP Rocky gepackt und weggeschleudert worden, erzählte der Leibwächter. Die Angeklagten hätten auf ihn eingeschlagen und - getreten, bis er die Kämpfenden auseinandertrieb. „Rocky wollte mich verteidigen.“

Der Fall hatte ein enormes Medieninteresse geweckt, nachdem sich US-Präsident Trump für die Freilassung des Rappers eingesetzt hatte. Zur Beobachtung des dreitägigen Verfahrens hatte er einen Experten für Geiselnahmen nach Stockholm geschickt. (mes, dpa)

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