Überblick Buchmesse : In Frankfurt einmal um die Welt

Aussteller aus über 100 Ländern reisen nach Frankfurt. Gastland ist Georgien, ein weiterer Schwerpunkt liegt auf Verlagen aus Afrika.

Die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie aus Nigeria bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse.
Die Autorin Chimamanda Ngozi Adichie aus Nigeria bei der Eröffnungs-Pressekonferenz der Frankfurter Buchmesse.Foto: Silas Stein/dpa

Mehr Einsatz hat lange kein Ehrengast mehr gezeigt. Aber so, wie sich bei einer ordentlichen Supra, dem georgischen Festmahl, die Tische biegen, will das kleine Kaukasusland am Rande Europas die Besucher der 70. Frankfurter Buchmesse (10. –14. Oktober) auch mit seinen literarischen Reichtümern begeistern. Über 150 neue Übersetzungen fiktionaler und nichtfiktionaler Bücher sind allein für deutsche Verlage entstanden. Einige davon werden am Rand der folgenden Seiten vorgestellt. Ansonsten lädt ein Pavillon, umgeben von 33 großen Skulpturen mit den Buchstaben des georgischen Alphabets, dazu ein, Georgiens einzigartige Kultur kennenzulernen. Auf zwei Bühnen finden die Hauptevents statt, hinzu kommen mehrere Ausstellungen, eine davon mit Magnum-Fotos aus der Hauptstadt Tiflis.

Insgesamt reisen Aussteller aus über 100 Ländern nach Frankfurt/Main. Ein kleiner Schwerpunkt gilt dabei auch Verlagen aus Afrika. Sie sind in diesem Jahr mit 34 Ausstellern aus 19 Ländern vertreten – von Angola bis Togo. Die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie tritt als Gastrednerin bei der Eröffnungspressekonferenz der Buchmesse auf. Und der Politikwissenschaftler Achille Mbembe aus Kamerun, der 2015 für seine „Kritik der schwarzen Vernunft“ mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet wurde, diskutiert am Sonntag beim Weltempfang mit Michelle Müntefering und Nadja Ofuatey-Alazard.

Stars und Sternchen lesen vor

In Halle 4 treffen sich die größten Unternehmen der Branchen Wissenschaft und Fachinformation. Nirgendwo erhält man einen umfassenderen Einblick in die Publikationsmöglichkeiten in diesem Bereich. Die entsprechenden Technologien und Plattformen sind wegweisend für das digitale Publizieren. Ein Stück abseits der Buchmesse, in der Paulskirche am Römer, verleiht der Börsenverein am Sonntagmorgen den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Er geht in diesem Jahr an ein Ehepaar, den Ägyptologen Jan Assmann und die Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann.

Wer nach „Stars und Sternchen“ sucht, findet die entsprechenden Termine auf www.buchmesse.de – unter eben dieser Überschrift. Die Moderatorin Michelle Hunziker stellt ihr Buch über den Abschied von einer obskuren Sekte vor. Der 25-jährige Influencer Riccardo Simonetti spricht über sein Memoir „Das Recht zu funkeln“, und Designer Harald Glööckler bringt seinen Bildband „Myth of an Icon“ mit. Gelistet werden hier allerdings auch Gretchen Dutschke, Asli Erdogan und Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Fragt sich: Wer ist hier der Star – und wer das Sternchen? Tsp

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