Videokunst : Videonale 11 beginnt in Bonn

Die Bewerber um den Preis der diesjährigen Videonale sind ab Donnerstag im Kunstmuseum Bonn zu erleben. Aus über 600 eingesandten Beiträgen hatte die fünfköpfige Vorjury 48 Arbeiten ausgewählt.

Bonn - Aus ihnen bestimmt die dreiköpfige Preisjury den Gewinner des Videonale-Preises, der mit 5000 Euro dotiert ist. "Wir wollen Videokunst in einer vollgültigen musealen Ausstellung zeigen. Eine Chance der Videonale liegt darin, für die besonderen Rezeptionsanforderungen von Videokunst adäquate Präsentationsmöglichkeiten zu finden und auszuprobieren", sagte Georg Elben, Kurator der Videonale 11. Die gegenseitige Überlagerung der 48 Videoarbeiten weitgehend zu verhindern, war die Herausforderung, der sich die Ausstellungsarchitekten stellen mussten.

Jetzt können sich die Zuschauer in strandkorbähnlichen Boxen auf Bänken niederlassen und die Videoarbeit erleben, ohne dass sich Sound oder Bild mit anderen Arbeiten überlagern. Das zweite Element sind speziell konstruierte Klang-Hauben, die die Besucher stehend zu sich herabziehen können. Als dritte Präsentationsform wird eine Reihe von Monitoren mit Kopfhörern vor allem bei Arbeiten eingesetzt, bei denen der Kopfhörer eine Konzentration und Isolierung des Besuchers auf leise, feine Sounds erreichen soll.

Persönliche Kunstvermittler

Zudem wurde der elektrische Strom als zentrales Thema der Ausstellungsarchitektur gewählt. Entstanden ist ein symbolischer Energiestrang, der sich in Form eines silbernen Rohrsystems durch die Ausstellungsräume zieht.

Alternativ zur herkömmlichen Museumsführung ermöglicht die Videonale 11 die Kunstvermittlung im direkten Gespräch durch die "Videovoices". Dabei handelt es sich um Studenten der Kunstgeschichte, die inhaltlich auf die Videonale vorbereitet sind und den Besuchern als persönliche Kunstvermittler zur Verfügung stehen. Sie passen sich den individuellen Bedürfnissen des Besuchers an - je nach Wissensstand und Interesse. So wird im Unterschied zu herkömmlichen Gruppenführungen oder einem "Audio-Guide" ein individueller Kunstdialog möglich.

Die Videonale ist bis 15. April täglich außer Montag geöffnet. (tso/ddp)

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