• Von Mexico City bis Madagaskar: Das Willy-Brandt-Haus lädt auf eine Weltreise in Bildern ein

Von Mexico City bis Madagaskar : Das Willy-Brandt-Haus lädt auf eine Weltreise in Bildern ein

Der Unternehmer Michael Horbach sammelt Fotografie aus dem globalen Süden. Das Willy-Brandt-Haus zeigt eine Auswahl.

Paul Gäbler
Raum der Begegnung. Das Porträt „Besprechung zwischen Kind und wildem Tier“ von Flor Garduño.
Raum der Begegnung. Das Porträt „Besprechung zwischen Kind und wildem Tier“ von Flor Garduño.Foto: Courtesy of Willy-Brandt-Haus/Flor Garduño

Eigentlich hatte Michael Horbach alles erreicht. Sein Wirtschaftsberatungsunternehmen florierte, er musste sich um nichts mehr Sorgen machen. Die Probleme der Welt aber beschäftigten ihn trotzdem weiter.

Schon früh begann er, Kunst zu sammeln, insbesondere für die Fotografie konnte sich der 69-Jährige begeistern. Mitte der 90er Jahre verkaufte er seine Firma und widmete sich voll und ganz seiner Leidenschaft. „Ein Stück Himmel für die Kunst“, wie er es nennt, hatte er sich schon zu seiner Berufszeit immer freigehalten.

Einige seiner Sammlungsstücke werden nun in der Ausstellung „Eine bessere Welt – unbedingt“ im Willy-Brandt-Haus gezeigt. Es ist eine Weltreise im Kleinen.

Ob schwarz-weiße Landschaftsaufnahmen der kolumbianischen Sierra oder stumme Porträts seiner Einwohner: Sämtliche Bilder vereint eine Ruhe, sie strahlen eine Unaufdringlichkeit aus. Neben Fotografien aus Madagaskar und Kenia liegt ein Schwerpunkt der Auswahl auf den Ländern Lateinamerikas.

Die Fotografen stammen größtenteils selbst aus den jeweiligen Regionen, die sie ablichten. Neben Werken des Brasilianers Sebastião Salgado sind auch Fotos von Flor Garduño aus Mexiko oder Pierrot Men aus Madagaskar zu sehen.

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Typisch für südamerikanische Fotografien sind die sehr knappen Bildunterschriften. Die Bilder erscheinen dadurch umso stärker. Jedes Motiv erzählt mehrere kleine Geschichten, und es obliegt der Fantasie des Betrachters, welche er sich erzählen lassen möchte.

Garduños Porträts, aufgenommen auf den Straßen Südamerikas, zeigen einfache Menschen in ihrem Lebensalltag. Ihr Porträt „Coloquio de la nina y la bestia“ („Besprechung zwischen Kind und wildem Tier“) zeigt ein Kind, das sich zu einem verkleideten Straßenkünstler hinunterbeugt. Was es ihn fragt, kann der Betrachter nicht wissen.

Auf einem anderen Bild sind auf einer Straße Mexiko-Citys Menschen mit nur einem Bein auf einer Straße Mexiko-Citys zu sehen, die sich auf ihre Krücken stützen. Sie schauen unmittelbar in die Kamera – nicht vorwurfsvoll, nicht pessimistisch, sondern lächelnd. Die bessere Welt, die sich Michael Horbach wünscht, scheint hier tatsächlich möglich.

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