Waldschlösschenbrücke : Verliert Dresdner Elbtal den Welterbestatus?

Die Deutsche Unesco-Kommission hat das Votum der sächsischen Verwaltungsrichter zum Bau der umstrittenen Waldschlösschenbrücke in Dresden bedauert. Mit dem Brückenbau droht dem Dresdner Elbtal der Verlust des Unesco-Welterbestatus.

Bonn/Dresden - "Diese Entscheidung ist zu respektieren. Dennoch wirft sie schwerwiegende Fragen zur Einhaltung der Verpflichtungen auf, die die Bundesrepublik Deutschland durch Ratifizierung internationaler Völkerrechtsverträge anerkennt", sagte Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen Unesco-Kommission. Mit dem Brückenbau droht dem Dresdner Elbtal der Verlust des Unesco-Welterbestatus. Dies wäre ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Welterbe-Abkommens.

Die DUK befürchtet Auswirkungen auf andere deutsche Bewerbungen. "Sollte sich diese Rechtsauffassung durchsetzen, könnte Deutschland künftig keine Garantie mehr für die Einhaltung der Verpflichtungen geben, die in der Unesco-Welterbekonvention niedergelegt sind", hieß es. Dies könnte bedeuten, dass keiner der auf der offiziellen deutschen Antragsliste verzeichneten Anwärter auf den Status in den nächsten Jahren eine Chance zur Aufnahme in die Unesco-Liste hat.

Walter Hirche, Präsident der Deutschen Unesco-Kommission, sagte: "Ich appelliere an den Bundestag und die Bundesregierung, in Zusammenarbeit mit den Ländern die notwendigen Voraussetzungen für eine konsequente innerstaatliche Umsetzung der Welterbekonvention zu schaffen. Dies sehen wir als Voraussetzung für die weitere aktive Mitwirkung Deutschlands im Unesco-Welterbeprogramm." Deutschland ist mit 32 Welterbestätten bei der Unesco gelistet, weltweit sind es 830 Stätten in 138 Staaten. Zur nächsten Tagung kommt das Welterbekomitee vom 23. Juni bis 1. Juli 2007 in Christchurch (Neuseeland) zusammen. (tso/dpa)

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