Wegen Corona-Pandemie : Ruhrfestspiele im Mai und Juni abgesagt

Wegen mangelnder Planungssicherheit und voraussichtlich länger anhaltender Infektionsschutzmaßnahmen sagt Intendant Olaf Kröck die Festspiele ab. Noch offen ist, ob Teile des Programms in den Herbst verschoben werden.

Keine Veranstaltungen im Mai und Juni: Das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen.
Keine Veranstaltungen im Mai und Juni: Das Ruhrfestspielhaus in Recklinghausen.Foto: Marcel Kusch/dpa

Die Ruhrfestspiele 2020 im Mai und Juni fallen aus. Wegen der Corona-Pandemie müsse das Festival, das vom 1. Mai bis 13. Juni in Recklinghausen stattfinden sollte, abgesagt werden, teilte Intendant Olaf Kröck am Mittwoch mit. Momentan werde noch geprüft, ob Teile des diesjährigen Programms in den Herbst verschoben werden könnten. Darüber solle in den kommenden Wochen informiert werden. Eine Absage habe es in der langen Geschichte der Ruhrfestspiele bisher nicht gegeben.

Kröck verwies auf infektionsschutzrechtliche Bestimmungen: Der Kreis Recklinghausen und die Stadt Recklinghausen gingen davon aus, dass die aktuellen Verordnungen auch über den 20. April hinaus weiter gelten dürften. Zudem gebe es für die weiteren Vorbereitungen des umfangreichen nationalen und internationalen Festivalprogramms der 74. Ruhrfestspiele in der jetzigen Situation nicht die erforderliche Planungssicherheit, erläuterte der Intendant. 

760 beteiligte Künstlerinnen und Künstlern aus vier Kontinenten

Die derzeit erlassenen Bestimmungen zum internationalen Reiseverkehr, zu Grenzschließungen, zur Einschränkung der öffentlichen Versammlungsmöglichkeiten, zu Theaterschließungen und der Notwendigkeit der Beendigung des Probenbetriebes machten es unmöglich, die rund 90 Produktionen von 760 Künstlerinnen und Künstlern aus vier Kontinenten und 20 Ländern verlässlich vorzubereiten.

Die Ruhrfestspiele wurden vor über 70 Jahren unter dem Motto „Kunst gegen Kohle“ gegründet. Hamburger Theaterleute waren im Winter 1946/47 ins Ruhrgebiet gereist, um Kohle für ihre Spielstätten zu besorgen. Nachdem die Bergleute halfen, die Kohle an der englischen Besatzung vorbei nach Hamburg zu schleusen, bedankten sich die Künstler mit Gastspielen. (epd)

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