28.11.2011 17:54 Uhr

Berlins neuer Senat

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister. Die zurückliegenden fünf Jahre mit dem Duo Klaus Wowereit (Regierender und Kultursenator) und André Schmitz (Kulturstaatssekretär) waren erfolgreich und frustrierend zugleich. Die kulturellen Institutionen hatten Sicherheit, Besucher aus aller Welt kamen immer zahlreicher. Die Etats blieben stabil, es gab sogar finanziellen Zuwachs für die Kultur. Wowereit und Schmitz haben in der nächsten Legislaturperiode die Chance zu zeigen, dass sie über den Status quo hinaus kulturpolitisch agieren können. Neue Orte sind entstanden, wie das Radialsystem, wie C/O Berlin. Diese privaten Initiativen müssen gestärkt werden. Der Senat kann dafür sorgen, dass Liegenschaften da und dort vorrangig kulturell genutzt werden. Es war immer Berlins Stärke, Künstlern Atemluft, Arbeitsräume, geistige Freiflächen zu überlassen. Die freie Szene heute ist nicht mehr zu vergleichen mit dem Off-Bereich der neunziger Jahre. Lang ist die Liste der drängenden Personalfragen, die Wowereit und Schmitz in den kommenden Jahren vor sich haben. Neue Theaterleiter werden gesucht: am Maxim-Gorki-Theater, am Ballhaus Naunynstraße und vor allem an der Volksbühne. Die Choreografin Sasha Waltz wird nach einer größeren festen Bleibe in Berlin rufen. Auch wenn es angeblich eine Bundesangelegenheit ist: Das künftige Humboldt-Forum liegt mitten in der Hauptstadt, nahe beim Roten Rathaus. Wie will die Berliner Kulturpolitik damit umgehen? Womit will Wowereit die Kunsthalle füllen, die wie Phönix aus der Asche kam?

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Die Vormänner des rot-schwarzen Senats demonstrieren Einigkeit – auch optisch. „Wir sprechen alles ab“, sagt der Regierende. „Wir wollen die Stadt nicht umbauen“, sagt der CDU-Chef. Von Lars von Törne mehr