25.04.2014 12:53 Uhr

Die Parteien zur Europawahl

In Sachen EU nimmt die Alternative für Deutschland (AfD) eine kritische Haltung ein, die aber nicht einfach mit „europafeindlich“ beschrieben werden kann. Das Wahlprogramm legt zur EU als einem „Bund souveräner Staaten" sogar ein klares Bekenntnis ab. Ein Dorn im Auge ist der AfD vor allem der „Einheits-Euro“. Er habe dazu geführt, dass der Süden Europas unter einer überbewerteten Währung leide und wirtschaftlich nicht vorankomme. Zur Lösung schlägt die AfD einen Austritt der südlichen Länder vor, alternativ die Bildung eines kleineren Währungsverbundes („Nord-Euro“) oder – sollte es dazu nicht kommen – ein Ausscheiden Deutschlands aus dem Euro-Verbund. Diskutiert werden muss nach Ansicht der AfD auch über die Rückführung bestimmter EU-Kompetenzen auf die nationale Ebene. Festhalten will die Partei am Binnenmarkt und der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Eine „Sozialunion“ wird dagegen abgelehnt und es heißt: „Eine Einwanderung in deutsche Sozialsysteme lehnt die AfD strikt ab."

Angeführt wird die Liste von Parteichef Bernd Lucke (hier Anfang April in Berlin), hinter ihm folgen Ex-BDI-Chef Hans-Olaf Henkel, der Verwaltungsbeamte Bernd Kölmel, die Lobbyistin Beatrix von Storch und der emeritierte VWL-Professor Joachim Starbatty. Spekuliert wird darüber, ob es den 74 Jahre alten Henkel wirklich für volle fünf Jahre nach Brüssel zieht. Falls nicht, könnten jüngere AfD-Newcomer wie der Bielefelder Anwalt Marcus Pretzell (Platz 7) oder Marc Jongen, Hochschulassistent von Peter Sloterdijk (Platz 8), nachrücken. (Fabian Leber)

Foto: DPA

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