29.05.2017 12:32 Uhr

Was ist eigentlich ...

WAS IST eigentlich ... ein Copycat? Oliver Voss erklärt das Kopieren von Geschäftsideen

Auf der Messe "Ambiente" in Frankfurt am Main wird jedes Jahr der Negativ-Preis «Plagiarius» vergeben. Bereits seit 1977 vergibt die Aktion Plagiarius den gefürchteten Schmäh-Preis an Hersteller und Händler besonders dreister Kopien und Fälschungen. Nicht nur Produkte, auch Geschäftsideen kann man plagiieren: Das nennt man Copycat.

Warum ausgerechnet Katzen das Imitieren vorgeworfen wird, ist ein Rätsel. Der Begriff "copycat“ tauchte Ende des 19. Jahrhunderts erstmals in der US-Literatur auf. Seither wird er für Trittbrettfahrer aller Art genutzt. Auch in der Wirtschaft gehören die Nachahmer dazu: In der Pharmabranche heißen die entsprechenden Produkte Generika, im Handel stammen die No-Name-Varianten von Markenprodukten oft gar aus denselben Fabriken. Doch erst durch die Übertragung des Prinzips in die Digitalwirtschaft wurde hier der Begriff copycat bekannt, vor allem durch die Samwer-Brüder. Sie schafften es, erfolgreiche Geschäftsideen aus den USA zu adaptieren. Beim bisher größten Erfolg, dem Schuhversender Zalando, erinnert sogar der Name an das US-Vorbild Zappos und den ersten Samwer-Klon Alando. Die Ebay-Kopie hatten die Brüder 1999 nach nur einem Vierteljahr für 43 Millionen Dollar an das Original verkauft. Inzwischen läuft die Klonfabrik Rocket Internet jedoch nicht mehr wie geschmiert. Das Unternehmen setzt nun verstärkt darauf, in andere Ideen zu investieren, statt sie nachzubauen. Bei der Vorlage der Quartalszahlen am Mittwoch und auf der Hauptversammlung am Freitag müssen die Samwers zeigen, ob das funktioniert und wie sie sonst die eigenen früheren Erfolge nachahmen wollen.

Foto: picture alliance / Susann Prautsch/dpa