ARD und ZDF : Kritik am Umgang mit „Friederike“

Haben ARD und ZDF nicht genug vor dem Orkan am Donnerstag gewarnt? Sondersendungen vorab seien auch in der Vergangenheit nicht ausgestrahlt worden, sagt das Erste.

Sturmtief "Friederike" war am Donnerstag über weite Teile Deutschlands hinweg gezogen.
Sturmtief "Friederike" war am Donnerstag über weite Teile Deutschlands hinweg gezogen.Foto: dpa

Die Frage, wann und aus welchem aktuellen Anlass ARD und ZDF einen „Brennpunkt“ beziehungsweise eine „Spezial“-Sendung ins Programm nehmen, ist nicht neu. Man kann es nicht allen recht machen: Die einen verweisen auf ihr Informationsbedürfnis, andere wollen ja pünktlich ihren Film sehen, bitte ohne Programmänderung. Da kommt dieser Vorwurf gerade recht: ARD und ZDF hätten in der vergangenen Woche nicht genug vor dem Orkan „Friederike“ gewarnt, der am Donnerstag sieben Menschenleben forderte.

Das kritisiert Olaf Stampf im „Spiegel“. Während der private Wetterdienst von Jörg Kachelmann tagelang intensiv gewarnt habe, sei „Friederike" ARD und ZDF nicht einmal eine Sondersendung wert gewesen. Erst nach dem Sturm habe sich die ARD zu einem „Brennpunkt“ bequemt. Die drastischen Bilder dort bedienten den Voyeurismus der Zuschauer, geholfen war niemandem mehr.


Diesem Eindruck widersprechen die öffentlich-rechtlichen Sender. „Wir haben in unseren Nachrichtensendungen immer wieder auf das herannahende Sturmtief hingewiesen und in unseren Wetterberichten explizit Warnhinweise gegeben“, sagt ein Sprecher von Das Erste. „Sondersendungen vorab haben wir im Übrigen auch in der Vergangenheit nicht ausgestrahlt.“

Das ZDF habe am Mittwoch und Donnerstag ausführlich vor „Friederike“ gewarnt und über die Auswirkungen des Sturms berichtet, sagt ein Sprecher des Mainzer Senders, vom „Morgenmagazin“ über „Drehscheibe“ bis zu „heute“ und „heute-journal“. „Am Donnerstag ergänzte das ,ZDF spezial: Orkan über Deutschland’ die Berichterstattung. Begleitet wurde die TV-Berichterstattung online, vom Liveblog auf zdf.de bis zum ,Wetter live’ bei Facebook, wo unsere Zuschauer Fragen stellen konnten.“
Es ist dann offenbar aber doch immer noch etwas anderes, wenn diese Informationen klassisch im Hauptprogramm verbreitet werden.

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