Medien : Die Kleinen werden größer

Hörfunkmarkt: Antenne bleibt in der Region vorne Kulturradio und Deutschlandradio Kultur gewinnen

Joachim Huber

Der Radiomarkt Berlin-Brandenburg bleibt in Bewegung, teilweise sogar in heftiger Bewegung. Schaut man sich die Hörerzahlen für die gesamte Region nach der vorliegenden Media-Analyse (MA 2007 Radio I) an, so bilden sich drei Trends heraus: Die Sender mit der bisher größten Hörerschaft verlieren deutlich bis massiv an Zuspruch; zweitens werden diese Verluste von den anderen Radiostationen nicht aufgefangen; drittens, und das muss insbesondere die werbetragenden Sender von Privat bis Öffentlich-Rechtlich nachdenklich stimmen, das Medium Hörfunk hat im Vergleich mit der MA Radio II von Juli 2006 an Zugkraft verloren.

In der Region Berlin-Brandenburg stechen die herben Verluste des Marktführers Antenne Brandenburg vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) und der privaten Stationen rs 2 und vor allem BB Radio heraus, die nunmehr gleichauf auf Platz zwei liegen. Der Sieger heißt Berliner Rundfunk, der am schwächelnden 104.6 RTL vorbeiziehen konnte. Spürbare Gewinne konnten auch die RBB-Welle Berlin 88,8, Radio Paradiso und Kiss FM verbuchen, geradezu sensationell mutet der Zuwachs beim Spreeradio an. Bei den Privatfunkern scheinen die Matadore am Morgen – Thomas Koschwitz (Berliner Rundfunk), Jochen Trus (Spreeradio) und Sarah Schiwy (Paradiso) – den Grundstein für die Gewinne über den Tag zu legen.

Nicht erfreulich für den RBB: Radio Eins durchsendet eine Schwächephase; wiederum sehr erfreulich für den Sender: Das Kulturradio, bislang ein ausgesprochenes Sorgenkind, kann im Maßstab der Tagesreichweite von 65 000 auf 84 000 Hörer zulegen und damit das gleichfalls prosperierende Deutschlandradio Kultur (79 000) überholen. Der Deutschlandfunk segelt bei den nichtwerbetragenden Programmen in der Region bei leicht abgeflachter Zuneigung (163 000 Hörer) vorneweg. Das private Klassikradio hält bei 168 000 Hörern, hat offenbar an Kulturradio abgegeben.

Bricht man den Radiomarkt der Region auf Berlin und Brandenburg herunter, so liegt in der Hauptstadt der Berliner Rundfunk vorne, der den bisherigen Spitzenreiter 104.6 RTL verdrängen konnte. Die RTL-Station ist hinter Radio Berlin 88,8 und rs 2 nur noch Nummer vier. In Brandenburg hat sich trotz jeweils erheblicher Verluste am Spitzentrio Antenne Brandenburg vor BB Radio und rs 2 nichts verändert.

Im bundesweiten Maßstab bleiben die ARD-Wellen (34,02 Millionen Hörer pro Tag) vor den Privaten mit 28,74 Millionen Hörern. Auch hier: Radio verliert an Einschaltquote.

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