"DSDS", die 15. : Superzufrieden

„DSDS“ geht mit Dieter Bohlen in die 15. Staffel. Die Frage ist nur, wie lange funktioniert die Mutter aller Castingshows noch?

Immer lässig. Chefjuror Dieter Bohlen hat sich bei der Castingshow verletzt.
Immer lässig. Chefjuror Dieter Bohlen hat sich bei der Castingshow verletzt.Foto: RTL

Gewinnen kann er, das hat Dieter Bohlen zuletzt wieder bei „Wer weiß denn sowas“ bewiesen. In Kai Pflaumes großer ARD-Rateshow kurz vor Silvester räumte Bohlen nonchalant den Sieg ab und zeigte dabei gleich mal, was ihn so einzigartig macht im deutschen Unterhaltungsfernsehen: Schlagfertigkeit, Humor und auch in dieser (durchaus diskussionswürdigen) Mischung aus Größenwahn, Selbstverliebtheit und Großkotz eine gewisse Portion Selbstironie und Distanz zum Geschehen. Das stünde auch anderen TV-Moderatoren gut zu Gesicht.

Großmaul bleibt Großmaul. Bohlen wird sich nicht mehr ändern und Polittalker werden, auch nicht in der bereits 15. Staffel von „Deutschland sucht den Superstar“, die am Mittwoch bei RTL startet. Trotz aller poppig und moderner anmutenden Konkurrenz wie „The Voice of Germany“ auf Vox – die Mutter aller Castingshows ist immer noch das erfolgreichste Castingformat, wenn auch zuletzt die Quote schwächelte. 2011 hatte das „DSDS“-Finale 6,3 Millionen Zuschauer, 2017 3,47 Millionen. „Voice of Germany“ ist da fast auf Augenhöhe. „Es sehen vor allem viele die Sendung im Internet, die Zuschauerzahlen lassen überall nach, gerade bei den Jungen. Viele Jugendliche gucken ja kaum noch TV. Ich bin, wenn ich mir die Zuschauerzahlen bei den anderen Sendern anschaue, superzufrieden“, sagt Bohlen.

Sicher, es steht nicht jeder der „DSDS“-Vorjahresgewinner wie Alphonso Williams oder Aneta Sablik weiter oben in den Charts, aber diese Bilanz muss man als TV-Marke erst mal hinkriegen: fast 13 Millionen verkaufte Tonträger, 27 Gold- und 11 Platinauszeichnungen, 26 Nummer-1-Chart-Platzierungen. "Voice of Germany", erst seit 2011 am Start, kann mit solchen Zahlen nicht aufwarten.

Ist "DSDS" das nachhaltigere Castingshowformat?

Die erste Siegerin Ivy Quainoo schaffte es mit ihrem Song "Do You Like What You See"bis auf Platz zwei der deutschen Single-Charts, Album und Song wurden jeweils mit einer Goldenen Schallplatte prämiert. 2013 erhielt sie den Echo in der Kategorie "Beste Künstlerin Rock/Pop-National". Ihr zweites Album erschien im September 2013, konnte jedoch nicht mehr an den Erfolg der Debütplatte anknüpfen.

Enttäuschender verlief es für die Siegerin der fünften "Voice"-Staffel, Jamie-Lee Kriewitz. Im Februar 2016 setzte sich Jamie-Lee mit ihrem Song "Ghost" immerhin beim deutschen Vorentscheid für den Eurovision Song Contest 2016 durch. Jamie-Lee landete im Finale in Stockholm auf dem letzten Platz.

Ist "DSDS" also immer noch das nachhaltigere Castingshowformat? RTL hat seinem Vorzeigeformat zum Jubiläum ein leichtes Facelifting verordnet: verkürzte Laufzeit, von 22 auf 19 Sendungen in der Staffel, weniger Teilnehmer in der Endausscheidung, neue bekanntere Juroren mit Musical-, Pop- und Schlagersängerin Ella Endlich, 33, Popsängerin Carolin Niemczyk, 27, von „Glasperlenspiel“ sowie der renommierte DJ und Musikproduzent Mousse T., 51.

Allen voran TV-Deutschlands bekanntester Sprücheklopfer, der die lange Castingphase mit all den kommentierten Nieten und Selbstdarstellern zum Quotenhit macht. Bohlen ist „DSDS“. Es gab immer wieder Spekulationen, dass für den 63-Jährigen eine 20. Staffel nicht mehr in Frage käme. Beim RTL-Zitat hört es sich etwas entspannter an. „DSDS“ habe Bohlens Leben völlig auf den Kopf gestellt. „Ich war vor ,DSDS’ nur musikalisch unterwegs als Produzent, Texter und natürlich Musiker, dann war ich ein Fernsehmann.“ Mittlerweile habe sich das so verdreht, dass er 90 Prozent Fernsehen mache und nur noch zehn Prozent Musik.

Man weiß gar nicht, ob man das so schlecht finden soll.

„Deutschland sucht den Superstar“, Mittwoch, RTL, 20 Uhr 15

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