Eurotopics : Was Ungarn, Iren, Balten denken

Wichtige Einblicke gerade in Zeiten zunehmender Spaltung: Eurotopics ist ein europäisches Presseschau-Portal in fünf Sprachen.

Die USA verlegen ihre Botschaft nach Jerusalem – was denken Medien in Tschechien und der Türkei darüber?
Die USA verlegen ihre Botschaft nach Jerusalem – was denken Medien in Tschechien und der Türkei darüber?Foto: dpa

Die USA verlegen ihre Botschaft nach Jerusalem – was denken Medien in Tschechien und der Türkei darüber? Orban fordert, dass ungarische Frauen mehr Kinder bekommen sollen – finden das alle ungarische Medien gut? Die wenigsten Europäer lesen regelmäßig Medien aus anderen Ländern oder beherrschen mehrere Sprachen, sie sind für die Berichterstattung auf heimische Medien angewiesen. „Dadurch entstehen leicht Vorurteile oder der Eindruck, dass in den anderen Ländern einheitliche Meinungen herrschten“, sagt Christina Lee, Mitarbeiterin des europäischen Presseschau-Portals „Eurotopics“. Das Portal, das Kommentare aus 30 Ländern in fünf Sprachen veröffentlicht, will „eine europäische Öffentlichkeit schaffen und Einblicke auch in die Länder ermöglichen, in denen die Pressefreiheit bedroht ist“.

Wie wichtig solche Einblicke gerade in Zeiten zunehmender Spaltung sind, wurde auf dem „European Newspaper Congress“ in Wien deutlich, auf dem Christina Lee sprach. Bei dem jährlich stattfindenden Kongress diskutieren Medienmacher über Trends der Branche, und besonders osteuropäische Journalisten wie der Pole Adam Michnik äußerten große Sorge über die Einschränkungen der Pressefreiheit und Hasspropaganda in ihren Ländern.

Das Portal „Eurotopics“ (kostenlos unter www.eurotopics.net abrufbar) wird von der Bundeszentrale für politische Bildung finanziert und veröffentlicht gekürzte Kommentare aus allen EU-Ländern plus der Schweiz und der Türkei. 29 Korrespondenten sichten rund 500 Magazine, Zeitungen, Blogs, eine Redaktion wählt die interessantesten aus und lässt sie übersetzen. So finden sich auf der Webseite Kommentare auf Deutsch, Englisch, Französisch, Türkisch und Russisch, jeweils mit Link zum Originaltext und Infos zu den einzelnen Medien. Eine Chance, aus der „nationalen Blase“ herauszukommen.

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