• "Feierwehrkapell'n" bei TV-Fastnacht: Fastnachtsscherze über Brigitte Macron sorgen für Empörung

"Feierwehrkapell'n" bei TV-Fastnacht : Fastnachtsscherze über Brigitte Macron sorgen für Empörung

In der TV-Prunksitzung "Fastnacht in Franken" werden Witze über die französische Präsidentengattin Brigitte Macron gemacht. Das löst eine heftige Debatte aus.

Die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" tritt bei der Fernseh-Prunksitzung des Fränkischen Fastnacht-Verbandes "Fastnacht in Franken" in Veitshöchheim auf. Die Sitzung wurde vom BR übertragen und erreichte weit mehr als vier Millionen Zuschauer.
Die "Altneihauser Feierwehrkapell'n" tritt bei der Fernseh-Prunksitzung des Fränkischen Fastnacht-Verbandes "Fastnacht in Franken"...Foto: dpa

Der Auftritt der „Altneihauser Feierwehrkapell'n“ bei der Fernseh-Prunksitzung „Fastnacht in Franken“ ist bei vielen Zuschauern nicht gut angekommen. Die Feuerwehrtruppe um Kommandant Norbert Neugirg hatte am Freitagabend über den Altersunterschied zwischen Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron und seiner 24 Jahre älteren Ehefrau Brigitte gelästert. Die Oberpfälzer bezeichneten die Französin dabei als „gut eingefahr'nen Schlitten“, „gut abgehang'ne Dame“ und „schärfste alte Hütte“. Dieser Teil ihres Auftrittes wurde von Buh-Rufen aus dem Saal begleitet.
Nun hat der Beitrag eine Debatte um die Grenzen von Witzen zur Faschingszeit ausgelöst. Der Landesbischof der evangelischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, war Gast der Fernseh-Prunksitzung aus Veitshöchheim. Er lobte die Sendung „bis auf wenige Ausnahmen“ auf Facebook. Gleichzeitigt kritisierte er: „Die Sätze über Emmanuel und Brigitte Macron waren voll daneben.“


Der französische Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte.
Der französische Präsident Emmanuel Macron und seine Frau Brigitte.Foto: AFP


Auch für Kulturwissenschaftler Gunther Hirschfelder ist eindeutig eine Grenze überschritten. Die Politik eines Menschen dürfe hart angegangen werden, die persönliche Lebenssituation nicht, sagte der Professor von der Universität Regensburg. Der Bayerische Rundfunk, der die Sendung seit mehr als 30 Jahren live überträgt, kündigte an, dass sich die zuständige Redaktion im kommenden Jahr noch genauer mit dem Fastnacht-Verband und den Künstlern abstimmen werde. Falls es zu Irritationen bei den Zuschauern gekommen sei, bedauere man dies ausdrücklich. 4,21 Millionen hatten die Übertragung eingeschaltet.

Selbst im Internet-Gästebuch der „Feierwehrkapell'n“ schimpfen Zuschauer über den Macron-Witz. Sie bezeichnen die Äußerungen als „Altherrenwitzjauche“, „primitiv“, „unglaublich beleidigend“ und „unverschämt“. Unter die Kommentare mischen sich aber auch verständnisvolle Äußerungen: „Ihr Beitrag über die Macrons war grenzwertig, aber im Fasching muss man so was abkönnen. Weiter so! Political correctness ist im Fasching völlig unangebracht!“ Die „Feierwehrkapell'n“ selbst hat sich zu der Debatte weder auf ihrer eigenen Internetseite noch auf Facebook geäußert. (mit dpa)

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