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Fernsehkritik auf Facebook : Alice Weidel: "Kinderkanal sofort vom Netz nehmen!"

Die AfD-Frontfrau fordert wegen der Beiträge "Alles klar im BH?" die Schwarzblende beim Kinderkanal. Der verteidigt die Ausstrahlung als "Hilfestellung".

 

Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, hat den KiKa auf dem Kieker
Die AfD-Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Alice Weidel, hat den KiKa auf dem KiekerScreenshot: Tsp

Alice Weidel, die Fraktionsvorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) ist eine, wenn nicht die schärfste Fernsehkritikerin im Land. Jetzt will sie, laut ihres Facebook-Posts, den Kinderkanal einstellen. "Kika sofort vom Netz nehmen!", fordert sie mit Macht.

Warum? Darum. "Eine Absurdität jagt bei KIKA die nächste. Wurde kürzlich die Liebesschnulze zwischen einem erwachsenen Syrer und seiner minderjährigen Flüchtlingshelferin thematisiert, lernen die neuen Deutschen nun in einem ähnlichen Sendeformat, wie sie BHs fachmännisch zu öffnen haben." In einem Format werden (fremdländischen) Jugendlichen die notwendigen Handgriffe gezeigt. Das zu zeigen, wäre auch im Erwachsenenprogramm nicht verkehrt, aber Alice Weidel fährt einen anderen Kurs.

Fremde fummeln an deutschen Brüsten

Sie donnert: "Während im ersten Fall der Eindruck entsteht, es sei völlig normal, über Jahrzehnte erstrittene Freiheiten nun ad hoc einem rückständigen Weltbild zu opfern, vermittelt KIKA jetzt die Erkenntnis, dass es völlig in Ordnung ist, sich von denen an den Brüsten herumfummeln zu lassen, die noch nicht so lange hier leben." Formate wie "Malvina, Diaa und die Liebe", ein Online-Brüste-Memory oder die Beantwortung der Frage, wie Brüste und Vaginas international bezeichnet werden, scheine der Sender inzwischen als hauptsächlichen Bildungsauftrag anzusehen.

KiKa abschalten und vor einem Weiterbetrieb so restrukturieren, dass "gesellschaftliche Grundwerte statt billiger Staatspropaganda vermittelt werden", fordert die AfD-Spitzenfrau.

Es ist gut, dass die AfD erst einmal Opposition üben kann. Würden die Vorschläge der Rechtsausleger umgesetzt, würden das Land und das Fernsehen ärmer. Mit der AfD ist jedenfalls kein besseres Fernsehprogramm in Sicht.

KiKa verteidigt Ausstrahlung

Der KiKa hat am Freitag die Kritik an einem Online-Clip zurück, in dem drei männliche Teenager den BH einer Schaufensterpuppe öffnen, zurückgewiesen . Das Thema „sexuelle Belästigung“ sei in keiner Weise Gegenstand der Sendung, sagte eine Sprecherin des Senders am Freitag dem Evangelischen Pressedienst (epd) in Erfurt. Durch die Erscheinung der drei Protagonisten werde auch nicht das Thema „Migration“ gesetzt. Allein zum Schutz der minderjährigen Protagonisten habe man den Clip inzwischen aus dem Netz genommen. Das Kika-Format „Kummerkasten“ hatte im Dezember das Thema „Alles klar im BH?“ behandelt. Dazu wurde auch der begleitende Clip „BH öffnen“ ins Internet gestellt. Die Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes hatte diesen als „völlig falsches Signal“ für die Kika-Zielgruppe bezeichnet, weil dadurch Jungen schon im Kindesalter ermutigt würden, Mädchen „buchstäblich an die Wäsche zu gehen“. Zudem sei die Wahl von Protagonisten mit offensichtlichem Migrationshintergrund problematisch.

Sendung gibt "Hilfestellung"

Die Kika-Sprecherin erklärte, die Sendung „Alles klar im BH?“ basiere auf einer Vielzahl an Fragen von Mädchen im Alter von zehn bis 13 Jahren. Der Tenor dieser Fragen spiegele die Verunsicherung junger Mädchen zu Beginn ihrer Pubertät. „Diesen Mädchen liefern Sendung und das Onlineangebot Hilfestellung.“ Unter Einbeziehung der Perspektive von Jungen und spielerischen Ansätzen gehe es um die Botschaft, wie unterschiedlich Brüste sein könnten und dass das normal sei.
Der „Kummerkasten“ entstehe in Kooperation mit dem Diakonischen Werk Berlin-Brandenburg/Schlesische Oberlausitz. Die Diakonie biete dabei individuelle und vertrauliche Beratung an und gebe auch Themenvorschläge an die Kika-Redaktion weiter, sagte die Sendersprecherin.
Diakonievorstand Martin Matz sagte dem epd am Freitag, in der Beratungsarbeit für den „Kummerkasten“ werde erkennbar, mit welchen Fragen und Problemen sich Kinder und Jugendliche befassten. Wenig überraschend beschäftige die Frage der körperlichen Veränderungen in der Pubertät Mädchen im Alter zwischen 11 und 13 Jahren sehr. Dabei werde viel Unsicherheit spürbar. „Insoweit bestärken wir als Diakonie unseren Kooperationspartner Kika darin, dies in den 'Kummerkasten'-Sendungen zu thematisieren“, sagte Matz. (mit epd)

 

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