The Inner World

Seite 2 von 2
Neue Games : Wuseln und rätseln
Szene aus "The Inner World".
Szene aus "The Inner World".Screenshot: Studio Fizbin

Das Genre der Point-and-Click-Adventures ist unverwüstlich: Es existiert seit mehr als 30 Jahren und hat auch heute noch eine treue, wenngleich überschaubare Fangemeinde. Das Spielprinzip hat sich seit den Zeiten von "Maniac Mansion" und "Monkey Island" kaum verändert: In einer meist zweidimensionalen Welt sammelt man Gegenstände und Informationen, mit deren Hilfe sich die zahlreichen Kombinations- und Logikrätsel lösen lassen. Als Adventure-Spezialist hat sich in den letzten Jahren das Hamburger Studio Daedalic etabliert: Spiele wie "Deponia" oder "Harveys neue Augen" glänzen mit schrägem Humor und schön gezeichneten Kulissen. Dass es mit Daedalic mithalten kann, beweist nun das junge schwäbische Studio Fizbin: Sein Adventure "The Inner World" ist ein beeindruckendes Debüt.

Schauplatz des Spiels ist die Welt Asposien, die sich im Innern eines Planeten befindet. Die Bewohner werden über drei Windbrunnen mit Frischluft von der Erdoberfläche versorgt - allerdings sind bereits zwei dieser Brunnen aus unerklärlichen Gründen ausgefallen. Außerdem wird Asposien immer häufiger von Basylen überfallen: Die drachenähnlichen Kreaturen verwandeln denjenigen in Stein, der ihnen zu lange in die Augen schaut. In ihrer Not bauen die Asposier auf den gleichermaßen charismatischen wie undurchsichtigen Abt Conroy, der das Volk mit Predigten bei Laune hält. Novize Robert - die Hauptfigur des Spiels - ist seinem Meister treu ergeben; allerdings nur bis zu dem Moment, als er die Rebellin Laura kennenlernt. Die junge Dame will Conroy das Handwerk legen - und setzt dabei auf Roberts Hilfe, der sich natürlich heillos in sie verliebt.

Dies ist der Beginn eines Abenteuers, das mit sechs Stunden Spielzeit zwar recht kurz geraten, aber spannend und witzig inszeniert ist. Der biedere Robert und die schlagfertige Laura sind ein ungleiches Duo, das viel Situationskomik produziert. Auf ihrer Mission begegnen die Beiden außerdem so seltsamen Kreaturen wie Schreiameise, Wollmaus und Schrof. Beim Schrof handelt es sich um ein Monster, das - nach eigener Aussage - "zu 96 Prozent tödlich" ist, aber letztendlich doch eher von den eigens erzählten Schauergeschichten lebt. Zu den Stars des Spiels zählt auch eine äußerst plumpe Taube namens Hack, die von einer Slapstick-Situation in die nächste taumelt. Der Humor des Spiels bleibt insgesamt angenehm subtil.

Der Schwierigkeitsgrad von "The Inner World" ist fast durchgehend gemäßigt. Oft muss man mehrere Gegenstände aus dem Inventar kombinieren, um eine bestimmte Aufgabe zu lösen; daneben gibt es auch vereinzelt Dialog- und Musikrätsel. Eine Hotspot-Anzeige gibt Hinweise auf Interaktionsmöglichkeiten - wer nicht weiter weiß, kann auch die nützliche Hilfefunktion abrufen. Grafisch wirkt "The Inner World" eher einfach gestrickt - die detaillierten Animationen sorgen jedoch für eine lebendige Spielwelt. Hin und wieder treten im Spiel kleinere Grafik- und Sound-Fehler auf, die sich aber verschmerzen lassen. Alles in allem ist "The Inner World" ein gelungenes Point-and-Click-Adventure, das besonders durch seine Figuren besticht.

"The Inner World" für PC und Mac. Preis: 30 Euro. USK-Alterseinstufung: ab 6 Jahren. Eine iOS-Version soll noch im August erscheinen.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben