Junge Zuschauer im Blick : ARD verteidigt Kooperation mit Sky bei „Babylon Berlin“

Degeto-Chefin Christine Strobl lässt sich von der Kritik an der Zusammenarbeit von ARD und Sky bei "Babylon Berlin" nicht beeindrucken. Sie möchte mit der Serie erzählerisch Anschluss an Amazon und Netflix halten.

Degeto-Chefin Christine Strobl will mit Produktionen wie "Babylon Berlin" erzählerisch Anschluss an Amazon und Netflix halten.
Degeto-Chefin Christine Strobl will mit Produktionen wie "Babylon Berlin" erzählerisch Anschluss an Amazon und Netflix halten.Foto: Angelika Warmuth, dpa

Die ARD wird die 16-teilige TV-Serie „Babylon Berlin“ im Herbst 2018 möglicherweise im Wochenrhythmus zeigen. „Ich glaube an eine wöchentliche Programmierung“, sagte Degeto-Chefin Christine Strobl der Deutschen Presse-Agentur. „Vielleicht gehen wir auch mit der Auswahl des Sendetags mal neue Wege – viele haben mich im Fall von ,Terror‘ nach Ferdinand von Schirach vor dem Montag als Ausstrahlungstermin gewarnt und geraten, nicht in die direkt Konkurrenz gegen den starken ZDF-Krimi zu gehen.“ Derzeit sind die ersten beiden Staffeln von „Babylon Berlin“ mit Volker Bruch als Kommissar Gereon Rath und Liv Lisa Fries als Charlotte Ritter beim ARD-Kooperationspartner Sky zu sehen. Wie bereits am Donnerstag gemeldet, hat die Degeto bereits vor der Ausstrahlung in der ARD einen Vertrag über die Drehbuchentwicklung für eine dritte Staffel geschlossen.

"Wir brauchen Partnerschaften mit unterschiedlichen Playern."

Strobl verteidigte erneut die Kooperation mit Sky gegen die Kritik, dass die Serie im Free-TV erst ein Jahr nach dem Start beim Pay-TV-Sender gezeigt wird, obwohl die ARD deutlich mehr in die Serie investiert als Sky. „Meine feste Überzeugung ist, wenn wir international konkurrenzfähig sein wollen, müssen wir solche Partnerschaften mit unterschiedlichen Playern, der Förderung, mit dem Weltvertrieb, aber auch mit Pay-TV-Anbietern eingehen“, sagte sie zu dpa.

Überzeugt ist die Degeto-Chefin von „Babylon Berlin“ vor allem auch mit Blick auf die Streaming-Konkurrenz. „Wir müssen uns dieser Erzählweise öffnen, weil wir in Deutschland ja nicht auf einer Insel leben, die keinen Funkkontakt zur Außenwelt hat. Vor allem jüngere Leute sehen Netflix oder Amazon in Originalsprache und vergleichen sie mit unserem Angebot, und wenn wir moderne Erzählformen nicht selbst interpretieren, verlieren wir einen Teil unserer Zuschauer.“ Mit der Serie, die von den Regisseuren Tom Tykwer, Achim von Borries und Hendrik Handloegten nach einem Roman von Volker Kutscher umgesetzt wurde, will die ARD einen Publikumswunsch bedienen, „den man vielleicht im Ersten bisher vermisst hat“. sag

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