Mit nur 58 Jahren : SWR-Chefreporter Thomas Leif ist gestorben

Journalist, Film- und Sachbuchautor, Politologe: Thomas Leif war ein Mann mit vielen Leidenschaften. Nun ist er einer Krankheit erlegen - mit 58 Jahren.

Ein streitbarer Vertreter seines Fachs: Thomas Leif.
Ein streitbarer Vertreter seines Fachs: Thomas Leif.Foto: SWR/Stephanie Pilick

Eine Nachricht, die schockiert. Thomas Leif ist gestorben, mit nur 58 Jahren. Schon am 30. Dezember, nach einer Krankheit, wie sein Sender, der Südwestrundfunk am Dienstag bestätigte.

Thomas Leif vereinte in seiner Person zahlreiche Neigungen, ja Leidenschaften. Er war Journalist, Film- und Sachbuchautor und Politologe. Zuletzt arbeitete er für den ARD-Sender als Chefreporter, in dieser Funktion konnte er zahlreiche Themenfelder bearbeiten, gemäß seines ausgreifenden Naturells, seines umfassenden Wissens und seiner nie zu stillenden Neugier. Wenn Leif recherchierte, dann recherchierte der Investigative tiefengründlich.

Erinnert sei nur an seine erhellende Dokumentation „Strippenzieher und Hinterzimmer – Meinungsmacher im Berliner Medienzirkus“. Ein bisschen von beidem war auch er.

Thomas Leif, geboren am 13. März 1959 in Daun, studierte in Mainz und Frankfurt, und promovierte mit dem Thema „Die strategische (Ohn-)Macht der Friedensbewegung: Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen in den achtziger Jahren“. Ab 1985 arbeitete Leif erst für ARD-aktuell und „Report Baden-Baden“, später als festangestellter Redakteur für das SWR Fernsehen und seit 1997 als Chefreporter Fernsehen. Von 2009 bis 2013 moderierte er die politische Talkshow „2+Leif“. Dass sie nicht fortgesetzt wurde, hat ihn geschmerzt.

Nicht minder, dass er 2011 als Vorsitzender von Netzwerk Recherche aufhören musste. Da hatte er die Verantwortung für offenbar nicht gerechtfertigte Zuschüsse an das Netzwerk übernommen. Thomas Leif war einer, der einstecken konnte, wie er auch austeilen konnte. Er scheute die Kontroverse nicht, nicht in seinen Büchern, nicht in seinen Beiträgen. Das schlug sich in zahlreichen Preisen nieder. Immer war es Thomas Leif darum zu tun, der Aufklärung über gesellschaftliche Zustände und Missstände mit den Mitteln und Möglichkeiten des Journalismus beizukommen.

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