Tesla-Chef Musk macht den Trump : Niemand traut den Medien mehr

Tesla-Chef Musk teilt gegen "Heuchelei der großen Medien" aus. Mit der Website "Pravda" will er Wahrheitsgehalt von Artikeln prüfen lassen

Tesla-Chat Elon Musk hat Probleme mit Artikeln, die Probleme bei der Fertigung des Elektroautos Model 3 schildern.
Tesla-Chat Elon Musk hat Probleme mit Artikeln, die Probleme bei der Fertigung des Elektroautos Model 3 schildern.Foto: REUTERS

Die Überbringer schlechter Nachrichten zu töten, war über viele Jahrhunderte gelebte Herrscherpraxis. König David beispielsweise ließ, als er vom Tod König Sauls in der Schlacht am Berg Gilboa erfuhr, den Berichterstatter von einem seiner Männer erschlagen. Das war einmal, jetzt regiert ja US-Präsident Donald Trump. Der erklärt jede Nachricht, die ihm nicht passt, zu Fake News.

Tesla-Chef Elon Musk scheint von Trump gelernt zu haben. Er hat die „großen Medienunternehmen“ scharf angegriffen. Die Öffentlichkeit respektiere sie nicht mehr, weil sie „selbstgefällige Heuchelei“ betrieben, schrieb der Tech-Milliardär am Mittwoch bei Twitter. Dabei verlinkte Musk auf den Autoblog „Electrek“, der einen Analysten mit der Einschätzung zitierte, Teslas Aktien könnten steigen, weil die Negativität ihren Höhepunkt erreicht haben dürfte und zuletzt „zunehmend unerhebliche“ Berichte die Nachrichten dominiert hätten.

Musk: Niemand traut der Presse mehr

In einem Schlagabtausch mit einem Reporter des Tech-Portals „The Verge“ behauptete Musk dann, dass niemand mehr der Presse traue. Dies sei auch der Grund, warum US-Präsident Donald Trump gewählt wurde. „Ihr habt eure Glaubwürdigkeit schon vor langer Zeit verloren.“ Das Problem der Journalisten sei der laufende Druck, Klicks zu maximieren und Werbeerlöse zu verdienen, um nicht gefeuert zu werden. Das sei eine heikle Situation, da Tesla keine Werbung schalte und die Hersteller herkömmlicher Autos zu den größten Anzeigenkunden zählten.
Später kündigte Musk eine Website zur Bewertung des Wahrheitsgehalts von Artikeln an, die einen „Glaubwürdigkeitswert“ für Journalisten und Publikationen liefern solle. Er erwäge die Seite „Pravda“ zu nennen, was auf russisch „Wahrheit“ bedeutet und einst Titel des sowjetischen Parteiblatts war. Musk ließ Twitter-Nutzer dann abstimmen, ob er eine solche Website einrichten solle. Die Auswahloptionen: „Ja, das wäre gut“ oder „Nein, Medien sind toll“.

Tesla hat Probleme bei der Fertigung

Tesla kämpft derzeit mit Problemen beim Anlauf der Serienfertigung seines ersten Mittelklasse-Elektroautos Model 3, dessen Produktionsziele mehrfach verfehlt und verschoben wurden. Musk hat in der Vergangenheit auch schon gegen Investoren ausgeteilt, die auf einen Kursverfall der Tesla-Aktie wetten. Nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen bügelte er kritische Fragen von Analysten in einer Konferenzschalte ab, weil er sie zu langweilig fand. (mit dpa)

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