Medien : „The Unit“: Alles platt macht die Sondereinheit

Till Frommann

Die Welt ist ein grausamer Ort: Terroristen, die Flugzeuge entführen, Missionare, die sich vor Rebellen verstecken müssen, und irgendwo steht ganz bestimmt eine Atombombe, die nur darauf wartet, einem Kontinent einen nuklearen Zwischenfall zu bereiten. Nicht nur die Welt ist grausam – auch die Serie „The Unit – Eine Frage der Ehre“ ist es in mancherlei Hinsicht. In ihrer Wirklichkeit knallt und kracht es ganz gewaltig.

„The Unit“ reiht sich ein in eine immer längere Reihe von Serien, in denen Terroristen von Spezialeinheiten gejagt werden. Ob Jack Bauer mit seiner „Counter Terrorist Unit“ in „24“ oder die eben angelaufene Sat-1-Eigenproduktion „GSG 9“, die für den deutschen Zuschauer deutlich identifikationstauglichere Spezialeinheit, oder nun „The Unit“. Letztere wird von Land zu Land gejettet, um Frieden – oder was sie dafür hält – zu verbreiten. Die neue Spezialeinheit agiert geheim. Zwar wissen die Frauen, was ihre Männer treiben, sie dürfen es aber niemandem erzählen. „The Unit“ basiert auf der realen „Delta Force“ und dem von dessen Gründer Eric L. Haney verfassten Buch „Inside Delta Force“. Haney ist Koproduzent der Serie und hat einige Folgen geschrieben. Alles also realistisch? Wenn Einsatzleiter Jonas Blane am Ende der ersten Episode ein Flugzeug stürmt und alle Terroristen im Alleingang plattmacht, bleibt dieser Anspruch ausgeklammert. Dafür gibt es Patriotismus satt: „Sie kehren entweder als echter Held zurück oder als echt gute Anekdote“, grunzt Blane einem Kollegen kurz vor ihrem Einsatz zu.

An der Besetzung liegt es nicht. Blane wird von Dennis Haysbert gespielt, der den Präsidenten in „24“ verkörpert hat und Nelson Mandela im Kinofilm „Goodbye Bafana“. Autor David Mamet hat das Drehbuch des medienkritischen Kinofilms „Wag the Dog“ verfasst. Dort konnte er anscheinend noch spannend und glaubhaft erzählen.

„The Unit“, 22 Uhr 15, Sat 1

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