Vergessene Nachrichten : Darüber sollte man mehr wissen

Inklusion? Finanzkrise in Portugal? Naturkatastrophen in Asien? Die „Initiative Nachrichtenaufklärung“ will mit den „Vergessenen Nachrichten des Jahres“ auf vernachlässigte Themen aufmerksam machen

Erfolgreich aus der Finanzkrise: Der portugiesische Premierminister Antonio Costa (li.) bei der EU-Kommission.
Erfolgreich aus der Finanzkrise: Der portugiesische Premierminister Antonio Costa (li.) bei der EU-Kommission.Foto: AFP

Warum ist in den Medien viel von Inklusion die Rede, wenn es um Schulen geht, selten aber in Sachen Arbeitswelt? Wird der eigene Weg Portugals aus der Finanzkrise totgeschwiegen? Und wieso wird über einen Hurrikan in den USA viel mehr berichtet als über Naturkatastrophen in Asien? Dies sind drei der Fragen, die die Liste der "Vergessenen Nachrichten des Jahres 2018" aufwirft, die am Montag vorgestellt wurde.

Die Situation von Menschen mit Behinderung in der Arbeitswelt wird aus Sicht der „Initiative Nachrichtenaufklärung“ in den Medien stark vernachlässigt. Eine Jury aus Wissenschaftlern und Journalisten wählte die Inklusion am Arbeitsplatz daher zur wichtigsten „Vergessenen Nachricht des Jahres“. Auf Platz zwei der Liste, die die Initiative gemeinsam mit der Deutschlandfunk-Nachrichtenredaktion vorgestellt hat, kommt die Lage in Portugal.

Die Jury findet, dass die Medien nicht genügend darüber berichten, dass Portugal sich seit Ende 2015 trotz Abkehr von der „offiziell“ für alternativlos gehaltenen Sparpolitik von der Finanzkrise erholen kann. Auf Rang drei der „Vergessenen Nachrichten“ wird der Monsun genannt, der im Sommer 2017 Zerstörung über Südasien brachte. Über diese Naturkatastrophe wurde in den deutschen Medien viel weniger berichtet als über den Hurrikan „Harvey“, der beinahe gleichzeitig den US-Bundesstaat Texas traf. Das werfe die Frage auf, ob die Berichterstattung sich stärker daran orientiert, wie groß das Leid der Betroffenen ist,  oder daran, wo die Betroffenen leben.

Zu den weiteren „Vergessenen Nachrichten“ zählen aus Sicht der Jury die prekären Arbeitsbedingungen auf Containerschiffen, Zwangssterilisationen in der Tschechischen Republik sowie die dramatische Lage von Einheimischen und Flüchtlingen im afrikanischen Land Tschad. meh

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