WM 2018: Von Tor zu Tor : Sound of silence

Der Fußball bringt halt die Welt zusammen: Unser Kolumnist hat im Fernsehen ein ganz anderes WM-Halbfinale gesehen, oder besser gesagt, gehört.

Oliver Schmidt, Béla Réthy, Claudia Neumann, Martin Schneider
Oliver Schmidt, Béla Réthy, Claudia Neumann, Martin SchneiderFoto: ZDF und Markus Hertrich

Well, ein Fußballspiel im Fernsehen anzuschauen mit Ton, aber ohne Ton, ist vielleicht nicht the best Voraussetzung for TV-Kritik. Ich habe gesehen das game between Croatia und England in an irish pub in Charlottenburg. With me at the desk war ein Pole, zwei Peruanerinnen mit ihren zwei Kindern, eine Kenianerin und ein Nigerianer, der Fußball bringt halt die Welt zusammen.

Aber ob Oliver Schmidt als ZDF-Reporter seinen Job so schlecht gemacht hat wie immer oder diesmal besser, so schlecht gemacht hat wie Frau Neumann oder diesmal besser – sorry, das ist nicht männerfixiert gemeint, sie ist halt nur ebenso schlecht oder ebenso gut wie ihre männlichen Kollegen – ich kann es nicht beurteilen. Vor Anpfiff explodierte die Kneipe: „Come on England, come on England!“ Von Oliver Schmidt war nichts zu verstehen.

Bei den Hymnen sprangen weder kroatische Fans auf noch britische, they behaved einfach so, wie es eigentlich immer üblich war, nämlich stumm. Der Nationalstolz mit Hand aufs Herz und kakophonisch gebrummelten Liedtexten ist doch eher eine Erfindung der Neuzeit. Wer’s nicht glaubt, schaue sich einfach mal in der Mediathek Bilder der Weltmeistermannschaft von 1974 an, überall stumme Münder von Sepp Maier bis Gerd Müller.

Well, zu sehen ein Fußballspiel mit Engländern it’s a own Sache. Als England score the Führung, die Kneipe explodierte nicht, sie flog in die Luft. Oliver Schmidt war nicht zu hören, aber der Jubel in Charlottenburg wohl noch in Newcastle. Let me say, during the game wurde es leiser. Die Bilder sprachen, auch ohne Ton. Ratlose Briten, energische Kroaten. Für Freunde des englischen Fußballs, und wer ist das nicht als Fußballfreund, waren das traurige Bilder.

Eingeblendet im Fernsehen wurden Kroatinnen, strahlende Kroatinnen. Zunehmend war auch in der stiller werdenden Kneipe Oliver Schmidt zu verstehen, er macht seine Sache ebenso gut oder ebenso so schlecht wie Claudia Neumann. Ist halt kein leichter Job.

Well, als dann das Aus kam für England war silence. Und Oliver Schmidt schon längst abgeschaltet. Fußball-Kommentatoren werden eh überbewertet. Was zählt ist das Ergebnis. Mist. Allez, les bleus, allez.

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