Die künstliche Drohkulisse der selbsternannten Antirassisten

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Gastkommentar : Wir brauchen mehr Buschkowskys

Bei meiner Arbeit bei "Peri Verein für Integration und Menschenrechte" erlebe ich immer wieder, dass man mit dieser Integrationspolitik des Wegsehens und Verharmlosens eben nicht die Schwachen in bestimmten Einwanderergruppen schützt, sondern nur den Starken freien Raum zur Unterdrückung gibt. Für die Soziologin Naika Foroutan sind Frauen, die unters Kopftuch gezwungen werden, Hirngespinste. Ich spreche mit solchen Hirngespinsten, die mir als wirkliche Menschen gegenübersitzen. Sie erzählen von einem Leben in tief religiösen Familien, das für uns kaum vorstellbar ist. Kopftuchzwang ab der Grundschule. Verbot von nichtreligiöser Musik. Verbot, die deutsche Freundin zu besuchen, wenn männliche Verwandte im Haus sind. Das sind alles noch die eher harmlosen Phänomene.

Buschkowskys Karriere in Bildern:

Heinz Dampf in allen Gassen
Sozialdemokrat in Amt und Würden: Heinz Buschkowsky, 1948 in Neukölln geboren, ist dort seit 2001 Bürgermeister und wohnt auch in Neukölln – in Rudow. Am 27. Januar 2015 hat er seinen Rücktritt angekündigt.Weitere Bilder anzeigen
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27.01.2015 16:21Sozialdemokrat in Amt und Würden: Heinz Buschkowsky, 1948 in Neukölln geboren, ist dort seit 2001 Bürgermeister und wohnt auch in...

Aber unsere selbsternannten "Antirassisten" interessiert das alles nicht. Sie bauen lieber eine Drohkulisse auf gegen jene, die die Missstände benennen. Serap Cileli, unsere Vereinsvorsitzende, kann ein Lied davon singen. "Sie werden doch wohl von der NPD bezahlt?", fragt eine Deutsche sie auf einer unserer Veranstaltungen. "Wir wissen übrigens, wo Sie wohnen", sagt eine Gruppe türkischstämmiger Männer nach der Veranstaltung.

In unserem Verein herrscht ungläubiges Entsetzen über die Rassismusvorwürfe gegen Buschkowsky. Diese Art der Debattenkultur erschwert unsere Arbeit und verhindert, dass Opfern von Gewalt und Unterdrückung geholfen wird. Wir als Gesellschaft brauchen eine andere, offenere Form des Umgangs mit Integrationsproblemen. Unser Augenmerk liegt leider viel zu wenig auf dem "Rassismus der Antirassisten", wie Pascal Bruckner es nennt, wenn Gutmeinende den Ethnozentrismus und die Abschottungstendenzen einer Minderheit verherrlichen. Sie sollten anfangen, sich die Frage zu stellen, welche ihrer Vorwürfe gegen Buschkowsky auf sie selbst zurückfallen könnten.
Der Verfasser ist Pressesprecher von "Peri Verein für Integration und Menschenrechte e. V." www.peri-ev.de/


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