• Ban Ki-moon über die UN-Millenniumsziele: In vielen Teilen der Welt wächst die Ungleichheit

Vier Punkte, auf die sich die internationale Gemeinschaft einigen sollte

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Ban Ki-moon über die UN-Millenniumsziele : In vielen Teilen der Welt wächst die Ungleichheit
Ban Ki-moon
UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon
UN-Generalsekretär Ban Ki-MoonFoto: AFP

Um schnellere Fortschritte zu erzielen, sollte sich die internationale Gemeinschaft auf vier Punkte einigen: Erstens sollten strategische und gezielte Investitionen erfolgen, die einen Multiplikatoreffekt bewirken und auch in anderen Bereichen Erfolge verstärken: Wir brauchen eine Million Frauen und Männer für das Gesundheitssystem in Afrika, die in schwer erreichbaren Gegenden eingesetzt werden können und mit einfachen Methoden und durch Vorbeugung die Mütter- und Kindersterblichkeit senken. Wir brauchen mehr Geld für Sanitärversorgung und einen weltweiten Zugang zu grundlegender Gesundheitsversorgung, einschließlich der Notfallversorgung während einer Geburt. Außerdem sind ausreichende Mittel nötig, um HIV und Malaria zu bekämpfen. Frauen und Mädchen gleichen Zugang zu Bildung, medizinischer Versorgung, Nahrung und wirtschaftlichen Möglichkeiten zu verschaffen, ist eines der stärksten Mittel, um bei allen Zielen voranzukommen.

Zweitens müssen wir uns auf die ärmsten Länder konzentrieren, in denen 1,5 Milliarden Menschen leben. Dort herrschen Hunger, Konflikte, schlechte Regierungsführung, weitverbreitete Kriminalität und Gewalt. In diesen Ländern gibt es trotz aller Mühe kaum Fortschritte. Viele von ihnen haben bisher nicht einmal ein einziges Millenniumsziel erreicht.

Drittens müssen wir unsere finanziellen Versprechen halten. Haushalte können nicht auf dem Rücken der Ärmsten ausgeglichen werden. Das ist ethisch inakzeptabel und wird weder den Gebern noch den Empfängern helfen.

Viertens sollte die 1000-Tage- Marke ein weltweiter Aufruf zum Handeln sein – für Regierungen wie für die Basis. Wir müssen auch neue Technologien und soziale Medien dafür nutzen. All das war noch nicht verfügbar, als die Ziele zur Jahrtausendwende formuliert worden waren. Die MDGs haben bewiesen, dass weltweite Entwicklungsziele einen entscheidenden Unterschied erbringen können. Sie können mobilisieren, vereinigen und inspirieren. Sie können zu Innovationen führen und die Welt verändern.

Erfolge in den kommenden 1000 Tagen werden nicht nur das Leben von Millionen Menschen verbessern, sie werden auch zu neuem Antrieb für die Zeit nach 2015 führen. Es bleibt viel zu tun. Die MDGs haben bewiesen, dass – politischer Wille vorausgesetzt – extreme Armut abgeschafft werden kann. Wir müssen das Beste aus den kommenden 1000 Tagen herausholen und das Millenniumsversprechen einhalten.

Der Autor ist Generalsekretär der Vereinten Nationen.

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