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Deutschland und Libyen : Die Zurückhaltung war richtig

Wie groß der Ansehensverlust der UN im Fall Libyen tatsächlich ist, wird sich zeigen. Klar ist schon jetzt, dass eine historische Chance vertan wurde. Denn nicht nur Deutschland hat sich bekanntlich bei der Abstimmung über das Libyen-Mandat enthalten, sondern auch Russland und China. Indem sie auf ihr Veto im UN-Sicherheitsrat verzichteten, trugen sie den Einsatz indirekt mit. Das war alles andere als selbstverständlich. Libyen hätte also zum Präzedenzfall für eine neue internationale Zusammenarbeit werden können. Daraus wird nun nichts. Weder Moskau noch Peking dürften dem Westen noch einmal einen solchen Vertrauensvorschuss geben.

Auch in der arabischen Welt, vor allem in den Revolutionsstaaten, herrscht keineswegs nur Jubel über die Ereignisse in Libyen. Dort registriert man sehr genau, dass jene Staaten, die den Rebellen unter die Arme gegriffen haben, nun lautstark fordern, beim Wiederaufbau Libyens, nicht zuletzt bei lukrativen Rohstoffgeschäften, bevorzugt beteiligt zu werden. Und dass Baschar al Assad, der Herrscher in Syrien, weiter morden darf, lässt ebenfalls viele in der Region mit Unbehagen zurück.

50 Jahre Guido Westerwelle - Eine Karriere in Bildern
So viel Aufmerksamkeit kam ihm lange nicht mehr zu: Am 18. Januar 2012 feierte der ehemalige FDP-Chef Guido Westerwelle seinen 50. Geburtstag. Nach einem halben Jahrhundert kann der Außenminister auf eine bewegte Karriere zurückblicken. Einst stand er an der Spitze seiner Partei, wurde als Star gefeiert, bis er seinen Platz notgedrungen räumen musste. Manch einer hatte ihn daraufhin bereits abgeschrieben, doch ein Guido Westerwelle ist robust und lässt sich nicht so einfach verdrängen.Weitere Bilder anzeigen
1 von 24Foto: dpa
19.01.2012 10:34So viel Aufmerksamkeit kam ihm lange nicht mehr zu: Am 18. Januar 2012 feierte der ehemalige FDP-Chef Guido Westerwelle seinen 50....

Wer jetzt ein Debakel der deutschen Außenpolitik herbeiredet und Berlins Ansehen in der Welt beschädigt sieht, der vergisst, dass die Welt aus weit mehr Staaten besteht als Frankreich, Großbritannien und den USA, den Hauptakteuren beim Libyeneinsatz. Westerwelle hat fast alles richtig gemacht. Nur gemerkt hat er das nicht.

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