Meinung : Gewinn für alle

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Endlich haben auch Mitarbeiter und Steuerzahler etwas davon, dass es der Landesbank Berlin wieder besser geht. Gerade wurde mit dem Urteil gegen Klaus Landowsky und vier weitere ehemalige Bankmanager ein Kapitel des Skandals beendet, der Berlin als Filzhauptstadt fragwürdigen Ruhm eingebracht hat. Nun will die ehemalige Bankgesellschaft erstmals seit sieben Jahren wieder eine Dividende an ihre Aktionäre zahlen – allen voran an das Land Berlin. Die knapp 50 Millionen Euro sind angesichts eines geschätzten Schadens von gut sechs Milliarden Euro zwar eher ein symbolischer Betrag. Doch wichtig ist, dass überhaupt wieder gezahlt wird. Auch die Mitarbeiter haben jahrelang auf Teile ihres Gehalts verzichten müssen, weil ihre früheren Vorgesetzten leichtfertig Kredite vergeben und Anlagen mit Gewinngarantie verkauft haben. Dass die Beschäftigten nun wieder annähernd das gleiche Gehalt wie vor dem Skandal bekommen sollen, ist nur angemessen. Jetzt geht es darum, auch aus dem Verkauf der Landesbank das Beste für Berlin herauszuholen. Dabei muss ein hoher Preis im Vordergrund stehen – das ist die Bank den Steuerzahlern schuldig. Bis zu sechs Milliarden Euro sind möglich, sagen Experten. Der Senat hat aber auch eine Verantwortung für die 7400 Mitarbeiter der Bank und sollte sie nicht für ein paar hundert Millionen Euro mehr zum Rausschmiss freigeben. stek

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