Meinung : „Ich mutierte zur Dilettantin“

Joachim Huber

Ihr Mann heißt Hubert Burda. Er ist Verleger und spätestens seit der erfolgreichen Gründung von „Focus“ ein Großverleger. Die Ehefrau von Hubert Burda heißt Maria Furtwängler. Und das hat sie längst geschafft: Sie ist nicht mehr die Frau an der Seite des Großverlegers, sie ist Maria Furtwängler, eine Künstlerin, eine Schauspielerin in der Kategorie einer Veronica Ferres oder Iris Berben. Heißt: Großproduktion, 20-Uhr-15-Termin, Vorabpremiere mit rotem Teppich, Topquoten.

Maria Furtwängler spielt im Zweiteiler „Die Flucht“ Lena Gräfin von Mahlenberg, die Anfang 1945 einen Treck von Ostpreußen nach Bayern führt. Das ist nichts weniger als Kino-Fernsehen. Natürlich hat der Name Furtwängler einen eigenen Klang, schließlich war ihr Großonkel der Dirigent Wilhelm Furtwängler. Nach dem Abitur hatte die heute 40-jährige Münchnerin Medizin studiert, promoviert und als Ärztin praktiziert, sich zur Sopranistin und Schauspielerin ausbilden lassen. Das wurde ein bisschen viel: Ärztin, Schauspielerin, 1991 Heirat mit Hubert Burda, Mutter zweier Kinder. Sie habe bemerkt, sagte Maria Furtwängler der „Bunten“ aus dem Burda-Verlag, „dass ich irgendwann vom Multitalent zur Multidilettantin mutiere“.

Aus der Gelegenheitsmimin wurde eine ernsthafte Schauspielerin. Seit 2002 läuft Maria Furtwängler als Kommissarin Charlotte Lindholm durch Niedersachsen und ermittelt Mörder. Die Lindholm-„Tatorte“ sind Hingucker, die ARD-Zuschauerin, mehr vielleicht noch der ARD-Zuschauer will die Furtwängler sehen. Von ferne gesehen ist sie eine hochgewachsene, attraktive Blondine, von nahe hat sie in ihren Augen diese verschattete Erotik, und wenn sie ihre Oberlippe über die Unterlippe schiebt, dann bangt der Zuschauer, ob diese schöne Frau in Tränen ausbricht oder nur an einem folgenschweren Entschluss nagt. Die Figuren der Maria Furtwängler weinen sehr, sehr selten. Klugheit kommt vor Emotion.

Die Künstlerin hat mit Hubert Burda zwei Kinder – einen Sohn und eine Tochter. Das mündet genauso in die Patenschaft für die angekündigte ARD-Woche „Kinder sind Zukunft“, wie ihre Vergangenheit als praktische Ärztin sich im Engagement in der Hilfsorganisation „Ärzte für die Dritte Welt“ äußert. Themenfelder, die zu propagieren der Großverleger in seinen Publikationen sich nicht scheut. Denn das sind Hubert Burda und Maria Furtwängler heute: zwei Partner, die ein Ehepaar sind.

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