Meinung : Jugend trockenlegen

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Im Berliner Virchow-Klinikum liegt ein 16-Jähriger im Koma auf der Intensivstation. Bevor er in einer Charlottenburger Kneipe bewusstlos zusammensackte, soll er sich noch damit gebrüstet haben, mehr als 50 Tequilas getrunken zu haben. Saufen bis zum Abwinken – das gilt als „cool“. Die Rollenvorbilder liefert auch hier Hollywood: mit trinkfreudigen Partyludern wie Britney Spears oder Paris Hilton. Und früh übt sich, was ein harter Trinker werden will, mitunter, bis der Arzt kommt. Für 274 Kinder und Jugendliche in Berlin endeten Alkoholexzesse im Jahr 2005 auf Krankenhausstationen. Berliner Gastronomen bedienen die Nachfrage der Jugend nach Rausch ohne Ende. Auf dem umkämpften Markt des Wochenendvergnügens sind für viele Wirte die sogenannten Flatrate-Partys zu einer publikumswirksamen Masche geworden: Trinken zum Pauschalpreis. Dies sind Einladungen zum hemmungslosen Besäufnis. Deshalb ist es richtig, dass alle Parteien im Berliner Abgeordetenhaus diese Angebote nun verbieten wollen. Ein Verbot wäre vor allem ein Signal an jene Wirte, die den Alkoholmissbrauch unter jungen Leuten in Kauf nehmen, um Geld zu verdienen. Ein solches Verbot wird Kinder und Jugendliche nicht vom Trinken abhalten, doch mit der kaum verhohlenen Werbung für den Vollrausch wäre Schluss. wie