Leserbriefe : Sichere Arbeitsplätze gibt es nicht mehr

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Zur Berichterstattung über den Arbeitsplatzabbau bei Schering

Die Zeit der träumerischen Sozialromantik ist passé. Es ist ein Wandlungsprozeß zu beobachten, der die unternehmerische soziale Verantwortung schwinden läßt und andererseits müssen sich aber die Unternehmen, wollen sie weiterhin erfolgreich im globalisierten Wettbewerb bestehen, den Kriterien des ökonomischen Handelns unterwerfen. Zusätzlich erwarten die Kapitalgeber auch eine Gewinnmaximierung. Für das Gros der Arbeitnehmer bedeutet das eine permanente Unsicherheit und Machtlosigkeit beim „Kampf” um den Arbeitsplatz.

Arbeitsplatzsicherheit gibt es nicht mehr, unabhängig von der persönlichen Qualifikation und es drängt sich der Eindruck auf, eine entfesselte globale Wirtschaftswelt nutze die Zugriffsrestriktionen nationalpolitischer Begrenzungsoptionen für eine Entgrenzung sozial- und arbeitsmarktpolitischer Verantwortung zugunsten ständig steigender Unternehmensgewinne. Indizien für die Erhärtung dieser These haben gehäuft Meldungen über massiven Arbeitsplatzabbau trotz steigender Gewinne in den letzten zwei Jahren geliefert. Wo war hier die soziale Verantwortung der Unternehmen?

Dr. Hans-Dieter Seul,

Berlin-Lichterfelde

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