Offensive gegen Porno-Portale : Gangbang? No!

Zu naiv in Sachen Jugendschutz? Warum eine Initiative der Landesanstalt für Medien NRW trotzdem Sinn macht.

Ein Mann schaut sich auf einem Computer einen Porno an. Dass schon Zehnjährige im Netz ungehindert harte Pornografie konsumieren können, wollen Medienaufseher in Deutschland nicht länger hinnehmen. Nun legen sie sich mit den Großen der Branche an.
Ein Mann schaut sich auf einem Computer einen Porno an. Dass schon Zehnjährige im Netz ungehindert harte Pornografie konsumieren...Foto: dpa

Wissen Sie eigentlich, was Ihr Kind gerade an seinem Computer oder am Smartphone macht? Homeschooling, Fifa 19, der Oma eine Mail mit Foto schicken? Oder vielleicht doch bei Seiten wie Youporn vorbeischauen? Der Klick dorthin ist schnell gemacht, zu Bildern und Tönen, mit denen ein Kind nicht konfrontiert werden sollte.

Gangbang-Sex statt Kikaninchen. Jahrelang hat sich die Pornobranche gegen griffige Zugangsbeschränkungen gewehrt. Weil die Anbieter meist einen Sitz im Ausland haben, war dem schwer beizukommen. Von daher kommt eine Offensive der Landesanstalt für Medien NRW recht spät. Sie will die reichweitenstärksten Porno-Portale dazu zwingen, in ihren deutschsprachigen Angeboten eine wirksame Altersbeschränkung einzuführen. Man wolle das bis zum Ende durchexerzieren. Entweder könne der Jugendschutz durchgesetzt oder der Gesetzgeber müsse gefragt werden.

Mag sein, dass das naiv klingt. Aber im Glücksspielbereich ist in Sachen Jugendschutz bereits erfolgreich interveniert worden. Sollte die zypriotische Medienaufsicht beispielsweise ein Eingreifen ablehnen, sind deutsche Jugendschutzvorschriften anzuwenden. Dann gilt: Entweder die Anbieter führen eine ordentliche Altersverifikation ein, oder ihre Portale werden bei Telekommunikationsunternehmen gesperrt.

Aber selbst wenn das mit der Umsetzung noch einige Zeit zwischen Länder- und EU-Recht hin- und hergehen sollte oder Altersbeschränkungen dann doch wieder umgangen werden könnten: Eltern, die das hier lesen, werden ein bisschen genauer hinschauen, was ihre Kinder am PC oder Smartphone anstellen. Es gibt immer Kinderschutzprogramme zum Sperren von Webseiten.

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