Meinung : Schlagende Argumente

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Man kann die Lage dramatisch nennen, aber entsetzte Rufe helfen nicht weiter. Dass rechte Kriminalität in Deutschland seit Jahren düstere Rekorde erreicht, scheint trotz mahnender Worte aus der Politik nur eine Minderheit der Demokraten zu berühren. Anders ist es kaum zu erklären, dass verdienstvolle zivilgesellschaftliche Initiativen, allen voran die Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalt und die Mobilen Beratungsteams, Jahr für Jahr um die nötige materielle und ideelle Unterstützung des Staates kämpfen müssen. Doch das elende Gerangel passt zu dem weit verbreiteten Achselzucken – solange die Neonazis einer zweiten Machtergreifung kaum näher kommen, ist rechte Kriminalität für die große Mehrheit der Deutschen offenbar nur ein Problem der üblichen Opfergruppen. Da beschädigt sich die Demokratie selbst. Wie lange noch? Wenn Rechtsextremisten weiter derart prügeln, hetzen, drohen und schmieren können, ist der chronische Anstieg der Delikte programmiert. Ab wann also wird die Gegenwehr in Staat und Gesellschaft stärker? Bei 20 000 rechten Straftaten? Oder erst bei 30 000? Die rechte Szene wird es ausprobieren. fan

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