Auch auf der Leinwand ein Star

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50 Jahre Alfa Romeo Giulia : Großzügige Erfolgsdame

Im Gegensatz zur Vorgängerin Giulietta bot das Modell aber ausgesprochen viel Platz. Deshalb wurde aus dem verniedlichenden Wort Giulietta nun die Giulia. Auch die Modellderivate der kompletten Neukonstruktion wurde der Vorgängerin nachempfunden. So entwarf Pininfarina die sehenswerte Hülle für Giulia Signet, einem offenem Spider. Das nicht weniger bekannte und begehrte Coupé der Baureihe hieß Signet Giulia Sprint GT und wurde in Deutschland unter dem Namen Bertone bekannt. Gerade das Coupé wurde immer wieder mit neuen Motoren und neuer Technik versorgt und ist daher das geläufigste Derivat der Baureihe.

Die Karosserie des Spider erhielt ihre Form durch Pininfarina und hob sich so vom Aussehen der normalen Giulia ab. Das Coupé dazu gestaltete Bertone.
Die Karosserie des Spider erhielt ihre Form durch Pininfarina und hob sich so vom Aussehen der normalen Giulia ab. Das Coupé dazu...Foto: Hersteller

Hilfreich für den wirtschaftlichen Erfolg der Giulia waren die filmischen Auftritte der Autos von Alfa Romeo. Als Dustin Hoffman 1967 im Film "Die Reifeprüfung" mit einem roten Spider durch die Gegend sauste stand den Mailändern sogar das Land der unbegrenzten Möglichkeiten als Absatzmarkt offen. So brachte es schon die Limousine auf beachtliche 572.646 Exemplare. Von der gesamten Baureihe wurden fast 820.000 Exemplare gebaut.

Zahlreiche neue Motoren

Dieser Nachfrage war Alfa fast nicht gewachsen. Glücklicherweise konnte das damals hochmoderne Werk in Arese nördlich von Mailand mit den Bestellungen halbwegs mithalten. Auch im Motorsport wurde Alfa mit der Giulia wieder verstärkt aktiv. Die Sportversionen GTA und GTAm konnten zahlreiche Erfolge bei nationalen und internationalen Meisterschaften erringen.

Im Laufe der Jahre wurde Alfas große Dame immer wieder mit überarbeiteten Motoren versorgt. Durch Aggregate mit Hubräumen zwischen 1,3 und zwei Litern blieb das Modell auch dank der erstklassigen Motorkonstruktion auch leistungsmäßig stets jung. Die größeren Sechs- und Achtzylindermotoren blieben aber den Modellen 2600 und später der Alfetta vorbehalten. 1967 kam eine größere Limousine namens Berlina 1750 auf den Markt, die eine von Bertone deutlich glatter gezeichnet wurde. Für sie war schnell der Spitzname "große Giulia" gefunden. Mit der Neuauflage 1971 waren auch schon die Formen für die kleine Giulia gefunden.

Schwacher Diesel kurz vor Schluss

Das große Facelift für die Giulia selbst kam aber erst 1974 mit einer kompletten Modernisierung des Auftritts. Damit verschwand auch das so bekannte "Knochenheck" in der Front mit der charakteristischen, harten Blechkante, die deutlich weicher gezeichnet wurde. Die Super-Modelle wurden durch die "Nuova Super" ersetzt.

Als letzten großen Wurf gab es den "Nuova Diesel", der 1976 vorgestellt wurde. Allerdings stellte sich der Selbstzünder, der bei Perkins gekauft wurde, schnell als schwächlich heraus und so blieb die erste italienische Limousine mit Diesel-Antrieb eher ein Ladenhüter. 1978 endete nach 16 Jahren die Produktion der Giulia. Erst ein Jahr nach der Präsentation des Nachfolge-Modells, welches wieder Giulietta hieß.

Die Giulia TZ war ein echter Hingucker und eine Designikone ihrer Zeit. Kompromisslos auf Sport ausgelegt brachte es die flotte Dame auf eine Höchstgeschwindigkeit von 215 km/h.
Die Giulia TZ war ein echter Hingucker und eine Designikone ihrer Zeit. Kompromisslos auf Sport ausgelegt brachte es die flotte...Foto: Hersteller

Noch heute gilt die Giulia als der Alfa schlechthin. Vielen Autofreunden ist das Modell als Standardwagen der Carabinieri und der kommunalen Polizei Italiens ein Begriff. Als Oldtimer sollten Interessenten mindestens 6000 Euro für ein Modell mit der Bewertung 3 oder schlechter bereithalten. Für besser erhaltene Modelle oder die Modelle Super müssen Beträge jenseits der 10.000 Euro bezahlt werden. Beim Spider oder dem Bertone Coupé reicht die Preisskala bis weit über 20.000 Euro.

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