Beachtliche Größe im Innenraum

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Vorstellung Lancia Flavia Cabrio : Dolce Vita made in USA
Die Linien sind gefälliger und dynamischer als beim Vorgänger, dem Chrysler Sebring. Die beachtliche Länge von 4,94 Metern sieht man dem Auto nicht unbedingt an.
Die Linien sind gefälliger und dynamischer als beim Vorgänger, dem Chrysler Sebring. Die beachtliche Länge von 4,94 Metern sieht...Foto: Hersteller

Für ein Cabrio sind die Platzverhältnisse fast generös. Vorne sitzt es sich bequem. Das können die meisten. Aber nur wenige Cabrios bieten Erwachsenen auch auf der Rückbank einen angemessenen Freiraum. Vielleicht nicht für die Reise von Deutschland nach Sizilien, aber für längere Touren müssen sich auch normal große Menschen keine Stützstrümpfe anziehen. Bei geschlossenem Dach lässt lediglich die Kopffreiheit etwas zu wünschen übrig. Der Preis für die beachtlichen Platzverhältnisse ist ein Wendekreis von 11,5 Metern, der sich aus dem langen Radstand von 2,77 Metern ergibt.

Aber wer will schon in einem Cabrio geschlossen unterwegs sein, wenn es nicht sein muss. Zumal auf den vorderen Sitzen des Flavia kaum Fahrtwind ankommt. Hinten sieht es da schon anders aus. Per Fernbedienung lässt das Stoff-Dach, das in schwarz und beige erhältlich ist, schon vor dem Einsteigen über den Kofferraum einfalten. Auf- und zumachen funktoniert übrigens nur im Stand und dauert etwa 25 Sekunden. Allerdings werden aus den ordentlichen 377 Liter Kofferraumvolumen dann etwas unhandliche 198 Liter. Unhandlich, weil für größere Taschen dann kein Platz mehr ist. Aber auch diese Problematik hat das Flavia Cabrio sicher nicht alleine.

Große Eile mag er nicht

In Sachen Technik ist der neue, offene Lancia eher einfach gestrickt. Es gibt genau eine Motorisierung, nämlich einen quer eingebauten Vierzylinder mit 2,4 Liter Hubraum. Der entwickelt eine Leistung von 170 PS bei 6000 Umdrehungen pro Minute. Das Drehmoment liegt bei 220 Newtonmeter bei 4500 Umdrehungen. Zwei Nockenwellen plus Steuerkette, elektronische Einspritzung zeugen eigentlich von relativ zeitgemäßer Technik.

Wenn das Dach offen ist, wird es eng im Kofferraum. Zwei Sporttaschen passen noch, aber zu groß dürfen sie nicht sein.
Wenn das Dach offen ist, wird es eng im Kofferraum. Zwei Sporttaschen passen noch, aber zu groß dürfen sie nicht sein.Foto: Hersteller

Allerdings zeigte sich der Antrieb bei den ersten Ausfahrten als etwas träge. Mit dem 170 PS ist das Auto sicher nicht übermotorisiert. Das Flavia Cabrio ist ein echter Cruiser, der sein Metier aber auch gut versteht. Das gemütliche Dahingondeln ist seine Paradedisziplin. Das Fahrwerk mit Einzelradaufhängung, Teleskopdämpfern und Schraubenfedern schluckt gutmütig alles weg, was die Straße so an Unebenheiten zu bieten hat. Soll es aber mal flott zur Sache gehen, dann stößt der Benziner schnell an seine Grenzen. Das hängt auch mit der etwas lahmen Sechsgang-Automatik zusammen, die bei sportlichen Ambitionen ebenfalls erst mal die Nase rümpft.

Leider drückt sich die neu entdeckte Gemütlichkeit eher weniger in einem gemäßigten Spritkonsum aus. Mit 9,4 Litern kombiniert steht der Lancia bereits in den Büchern. Bei unseren entschleunigten Testfahrten waren es knapp elf Liter. Eine Start-Stopp-Automatik sucht man vergebens und auch die Servolenkung hätte als zeitgemäße elektromechanische Version noch Spritsparpotenzial. Das ist schade, denn wer gerne cruisen möchte hält auch nicht so gerne desöfteren an der Tankstelle. Zumindest dagegen gibt es einen recht großen 64-Liter-Tank.

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