Auch der CrossPolo überzeugt

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Vorstellung VW Polo : Fast ein kleiner Golf

Auf Distanz: Auch der neue Polo BlueGT hält nun automatisch Abstand.
Auf Distanz: Auch der neue Polo BlueGT hält nun automatisch Abstand.Foto: Promo

Im neuen Polo führt VW eine Neuheit ein,  die gut in die Smartphone-Zeit passt. Sie nennt sich MirrorLink, kostet 170 Euro, und ist nur in Verbindung mit den neuen Infotainment-System Composition Touch erhältlich. Die Idee: Auf dem 6,5 Zoll großen Farbdisplay kann sozusagen die Oberfläche des angedockten Smartphones gespiegelt und per Berührungsbildschirm dann das Handy bedient werden. Klasse Idee. Nur funktioniert das Ganze derzeit nur mit dem Android-System. Später soll Windows Phone dazu kommen.

Und iOS von Apple? Fehlanzeige! Die Amerikaner haben ihr Betriebssystem nicht freigegeben. Sie arbeiten derzeit an einem eigenen Fahrzeug-Zugang. Ende des Jahres soll das CarPlay genannte System in der neuen Mercedes C-Klasse verfügbar sein. Doch auch für die Android-Nutzer gibt es nicht das volle Programm. Erst wenn nämlich eine App durch den Anbieter für das System zertifiziert ist, lässt sie sich auf dem gespiegelten Fahrzeug-Bildschirm auch bedienen. Tja, und was ist mit Google Maps? Die beliebte App wäre ideal, denn dann müsste man kein teures Festeinbau-Navigationssystem mehr kaufen. Ein Geschäft für die Hersteller wäre futsch. Also gibt es derzeit keine Zertifizierung für Google Maps! Wie es in der nächsten Zeit weiter geht, ist derzeit noch nicht abzusehen.

Golf light

Der überarbeitete Polo fährt sich nicht wie ein Kleinwagen. Eher wie Golf light, auch wenn er dessen hohen Fahrkomfort nicht erreicht. Mit der neuen elektromechanischen, gut justierten Servolenkung lässt er sich behände und exakt um Biegungen aller Art zirkeln. Gut, im Fond sitzen zwei Erwachsene nur auf kürzeren Strecken ordentlich,  und auch das Kofferraumvolumen von 280 bis 952 Liter ist kleinwagengemäß überschaubar. Doch für zwei Leute passt das schon, denn nach dem Umklappen der Rücksitzlehne entsteht eine fast ebene Ladefläche für zwei Klappräder.

Eher weniger empfehlenswert ist der von uns gefahrene 90-PS-Dreizylinder-TDI. Nicht nur wegen seines heftigen Aufpreises von 1825 Euro gegenüber dem 90-PS-Vierzylinder-TSI, den man erst einmal wieder hereinfahren muss. Nein, auch wegen seiner recht ungehobelten Umgangsformen. Trotz Ausgleichswelle knurrt der Vollaluminium-Dreizylinder vorlaut.

Übersicht: Die Karosserie ist beim CrossPolo um 15 Millimeter höher gelegt, und so sitzt man 15 Millimeter höher als im normalen Polo.
Übersicht: Die Karosserie ist beim CrossPolo um 15 Millimeter höher gelegt, und so sitzt man 15 Millimeter höher als im normalen...Foto: Promo

Kräftiger Durchzug, straffe Federung

Dafür entschädigen einen der kräftige Durchzug sowie der mit 4,1 Liter pro 100 Kilometer extrem niedrige Praxisverbrauch. Für die beiden Dreizylinderdiesel mit 75 und 90 PS ist keine Automatik lieferbar. Dafür ein Ausstattungsdetail, über das man sich zum Beispiel bei einem 90-PS-Diesel nur wundern kann. Ein Sport-Select-Fahrwerk für 380 Euro extra. Das hier eingebaute Sportfahrwerk legt die Karosserie bereits 15 Millimeter tiefer. Per Taste (Normal und Sport) hat man nun die Möglichkeit, das ohnehin schon straff gefederte Auto einfach nur hart zu machen. Es ist in der Realität nicht mehr als eine Rumpeltaste! Eine wirksame adaptive Fahrwerksregelung, wie sie VW beim Golf für 1000 Euro anbietet,  ist für den Polo leider nicht lieferbar. Schade.

Wem der "einfache" Polo zu wenig aufregend ist, der kann auch den CrossPolo wählen, der zeitgleich am 25. April auf dem deutschen Markt eingeführt wird. Die Karosserie ist hier um 15 Millimeter höher gelegt, und so sitzt man 15 Millimeter höher als im normalen Polo. Das ist nicht die Welt, aber vielen reicht das schon als Kaufgrund. Einmal Platz genommen, freut man sich über die exzellenten Sportsitze und die ordentliche Übersicht.

Erhöhter Fahrspaß

Außen macht der CrossPolo auf halbes Abenteuer mit schwarzen Radläufen, silbernen Dachträgerleisten, Unterfahrschutz sowie speziellen 17-Zoll-Alurädern. Dieser besondere Polo liegt preislich am oberen Ende: mit mindestens 18425 Euro also 1800 Euro über dem teuersten Normalo-Polo in der  höchsten Highline-Ausstattung. Viel Geld, doch dafür fällt man auf, besonders in der Speziallackierung Honey Orange. Mit den 17-Zöllern federt der Crosspolo straff, aber nicht unkomfortabel. Er wankt kaum, lenkt ebenso spontan ein wie der normale Polo.

Wir fuhren diesen Lifestyle-Polo mit dem 90-PS-TSI, der in dem gegenüber dem normalen Polo 60 Kilogramm schwereren Auto eine gute Figur macht. An den lang übersetzten fünften Gang des Fünfganggetriebes gewöhnt man sich. Da das Drehmoment von 160 Newtonmetern zwischen 1400 und 4000 Touren konstant anliegt, lässt sich das Auto auch schaltfaul fahren. Statt 4,9 wie vom Werk angegeben,  kamen wir auf einen Praxisverbrauch von 5,8 Litern – bei vorausschauender Fahrweise und bei durchaus vorhandenem Fahrspaß.

Es muss also nicht immer ein unscheinbarer Golf sein, es darf auch mal ein auffälliger CrossPolo mit guter Ausstattung sein. Schließlich ist der überarbeitete Polo ja fast ein kleiner Golf geworden. Aber eben nur fast. Dafür ein sehr guter Kleinwagen zu einem Kompaktklasse-Preis.

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1 von 22Foto: Markus Mechnich
10.03.2014 22:25Wenn E-Autos den Durchbruch wirklich schaffen wollen, dann müssen sie den Golf beherrschen. Und wer könnte das schließlich besser...

Carsharing gilt als Verkehrskonzept der Zukunft, in Berlin wächst das Angebot rasant. Die einen macht die neue Ich-Mobilität glücklich, andere reich, manche wütend. Begegnungen mit Pionieren und Kritikern - und eine Datenanalyse mit vielen interaktiven Grafiken. 

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