Olympische Spiele in Pyeongchang : Die Athleten können diese Spiele noch retten

Das IOC hat einem diese Spiele madig gemacht - gerade deshalb können sie doch noch ein großes Fest werden. Ein Kommentar.

Andreas Wellinger sprang zu Gold in Pyeongchang.
Andreas Wellinger sprang zu Gold in Pyeongchang.Foto: AFP

Die Ausrichter dieses einst so großen Sportfestes haben einem die Olympischen Spiele ziemlich madig gemacht. Der Umgang des IOC mit Doping, mit Russland und auch die profitorientierte Vergabe der Spiele. Dieses Jahr also: Pyeongchang. Dort ist es bitterkalt, für den deutschen Fernsehzuschauer meist dunkel und in Pyeongchang ist es vor allem: gottverlassen.

Die vielen Tribünen bei der Eröffnungsfeier blieben größtenteils leer. Auch als Andreas Wellinger unmittelbar vor seinem zweiten Sprung auf dem Balken der Skisprungschanze saß, blickte er in ein stürmisches, dunkles Nichts.

Und gerade, als der bequeme Sofasportler schon zur Fernbedienung greifen und dem traurigen Treiben ein Ende bereiten wollte, hallelujah, da haute – wie es im Sportmoderatorensprech heißt – der Bayer einen raus. Olympiasieg! Nach den Biathleten Laura Dahlmeier und Arnd Peiffer hat Deutschland bis zum Redaktionsschluss dieser Ausgabe damit mehr Goldmedaillen gewonnen als jede andere Nation.

Vielleicht werden diese Spiele besonders aus deutscher Sicht doch noch ein großes Fest. Eben weil das ganze Drumherum, der Rahmen der Veranstaltung völlig verunstaltet ist und die meisten so überhaupt nichts mehr von den Winterspielen in der kalt-traurigen Stadt mit dem komischen Namen erwarten. Es wäre dies dann kein großer Sieg des olympischen Sports, sondern ganz allein einer der Athleten, von denen die meisten eine andere Rahmenhandlung verdient hätten.

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