Politik : 20 Tote bei Unruhen in Somalia

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Nairobi/Mogadischu - Am dritten Tag heftiger Gefechte in Mogadischu ist nach Augenzeugenberichten in der somalischen Hauptstadt ein Flugzeug der afrikanischen Friedensmission abgestürzt. Es war zunächst unklar, ob es sich um einen Abschuss oder einen Unfall handelte. Die Militärmaschine habe gebrannt und sei in einem Außenbezirk aufgeschlagen, berichteten somalische Rundfunksender. Ein Sprecher der AU-Friedensmission wollte sich nicht dazu äußern. Von den geplanten 8000 Mann der AU-Mission sind bislang nur etwa 1500 ugandische Soldaten eingetroffen. Ihnen schlug von Anfang an Ablehnung entgegen. Vom ersten Tag an gab es immer wieder Angriffe auf ugandische Soldaten.

Unterdessen starben bei Gefechten in Mogadischu mindestens zwei Menschen. Nach Informationen des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) ist die Zahl der Verletzten auf mindestens 300 gestiegen. „Das sind jedoch nur diejenigen, die Krankenhäuser erreicht haben“, sagte der IKRK-Delegationsleiter für Somalia Pascal Hondt. Vermutlich sei die Zahl höher. Wie viele Menschen seit Beginn der Kämpfe getötet wurden, sei derzeit schwer zu schätzen. Die Rede ist von mindestens 20. Zahlreiche Einwohner Mogadischus seien auf der Flucht. Das UN-Flüchtlingshilfswerk spricht von bis zu 40 000 Flüchtlingen.

Ein Vertreter des in Mogadischu mächtigen Hawiye-Stammes hatte zuvor im somalischen Radio berichtet, dass die Clanchefs sich mit Vertretern des äthiopischen Militärs auf einen Truppenrückzug geeinigt hätten. Der Hawiye-Clan lehnt die Übergangsregierung ab, weil er sich nicht ausreichend repräsentiert fühlt. Die „Union islamischer Gerichte“, die Ende Dezember von den äthiopischen Truppen vertrieben wurde, rekrutierte sich zum großen Teil aus dem Hawiye-Clan.

Am 16. April sollen etwa 300 Delegierte in einer nationalen Versöhnungskonferenz über eine Friedenslösung beraten. Allerdings hat die Übergangsregierung keine Vertreter der Islamisten dazu eingeladen, die bis Dezember die Kontrolle über Mogadischu hatten. dpa/deh

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