Stimmungslage im Land kommt der AfD entgegen

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Update
AfD in Brandenburg : Ziemlich normale Leute – und zwei Scharfmacher
AfD-Demo vor dem Landtag in Potsdam. Die meisten Brandenburger vertrauen der Politik nicht mehr.
AfD-Demo vor dem Landtag in Potsdam. Die meisten Brandenburger vertrauen der Politik nicht mehr.Foto: Ralf Hirschberger/dpa

Auf welchen Nährboden die Themen der AfD fallen, zeigt ein Blick in den von der Landesregierung in Auftrag gegebenen Brandenburg-Monitor (PDF hier). Die Stimmung im Land ist konfus. Zwar sind die Brandenburger mehrheitlich zufrieden und finden, dass sich das Land in die richtige Richtung entwickelt. Vor allem beruflich und finanziell machen sie sich wenig Sorgen um die Zukunft. Doch gleichzeitig haben die Menschen in der Mark ihr Vertrauen in die Institutionen verloren: Zwei Drittel der 1001 Befragten vertrauen der Landesregierung wenig oder gar nicht, noch drastischer sind die Werte für die Bundesregierung (79 Prozent) und die Parteien (86 Prozent).

Vertrauen? Fehlanzeige! Auszug aus dem aktuellen Brandenburg-Monitor.
Vertrauen? Fehlanzeige! Auszug aus dem aktuellen Brandenburg-Monitor.Foto: Screenshot Tsp

Für eine junge Partei wie die AfD ist das ein Vorteil, zumal ihr auch die Stimmungslage im Land entgegen kommt. Sowohl im Speckgürtel als auch auf dem Land wird der Themenkomplex Flucht und Asyl mehrheitlich als das drängendste Problem Brandenburgs identifiziert. Mehr als die Hälfte der Befragten spricht sich für mehr Mut zu einem „starken Nationalgefühl“ aus und bejaht die Aussage, die Zuwanderung würde zu einer Entfremdung mit dem eigenen Land führen. 64 Prozent sind überzeugt, dass sich Muslime im Land nicht an die gesellschaftlichen Regeln halten. Für den national geprägten Kurs der AfD sind das gute Voraussetzungen.

Welche Themen die Brandenburger bewegen, hängt offenbar auch vom Wohnort ab. Während im Berliner Umland Sicherheit und Mieten wichtiger werden, dominieren auf dem Land neben dem Thema Migration vor allem die Folgen von sozialer Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und Strukturwandel. Insgesamt sind Menschen aus der Brandenburger Peripherie mit ihrer Lebenssituation unzufriedener als die Bewohner des Speckgürtels. Wohl auch deshalb wittert die AfD auf dem Land ihre Chance und kündigte bereits an, den Wahlkampf in die Dörfer tragen zu wollen.

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