Afghanistan : Taliban-Anführer gefasst

Zu Beginn der Nato-Offensive "Achilles" in Südafghanistan haben afghanische Soldaten einen hochrangigen Taliban-Anführer gefangen genommen.

Kabul - Die Internationale Schutztruppe Isaf teilte mit, Mullah Mahmood habe sich mit einer Burka (Ganzkörperschleier) als Frau verkleidet, um unerkannt fliehen zu können. Er sei aber am Dienstag an einem Kontrollposten der afghanischen Armee in der Provinz Kandahar aufgefallen und gefasst worden. In Kandahars Nachbarprovinz Helmand hatte am Dienstag die Operation "Achilles" der Nato-geführten Isaf und der afghanischen Armee begonnen.

Die US-geführten Koalitionstruppen teilten mit, ihre Soldaten hätten nahe der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sechs mutmaßliche Terroristen gefangen genommen. Einer der Männer sei ein Bombenexperte und werde verdächtigt, Verbindungen zum Terrornetz Al Qaida zu unterhalten und logistische Hilfe beim Einschleusen von Extremisten von Pakistan nach Afghanistan zu liefern. Die Koalition teilte weiter mit, in der ostafghanischen Provinz Chost seien bereits am Montag fünf mutmaßliche Terroristen gefasst worden.

Journalist mit Geheim-Informationen?

Unklar blieb das Schicksal eines Europäers, den die Taliban in Helmand nach eigenen Angaben in ihrer Gewalt haben. Die Rebellen hatten zunächst von einem Briten gesprochen, dann verdichteten sich die Hinweise, dass es sich um den italienischen Journalisten Daniele Mastrogiacomo von "La Repubblica" handelte. Nach Angaben des italienischen Außenministeriums wird Mastrogiacomo seit Sonntag vermisst. Der Chefredakteur der Zeitung, Ezio Mauro, sagte, Mastrogiacomo sei in der früheren Taliban-Hochburg Kandahar im Süden Afghanistans unterwegs gewesen.

Taliban-Sprecher Kari Mohammad Yousif Ahmadi hatte am Dienstag gesagt, der Europäer habe gestanden, als Journalist getarnt Geheimdienstinformationen für ausländische Truppen zu sammeln. Sein Schicksal werde bald vom Taliban-Führungsrat entschieden werden. Ahmadi hatte betont, die Taliban seien Journalisten gegenüber nicht feindlich eingestellt. Mastrogiacomo wird von zwei afghanischen Assistenten begleitet. Die "Operation Achilles" ist gegen die Taliban gerichtet und soll auf ihrem Höhepunkt nach Isaf-Angaben mehr als 4500 Isaf-Soldaten und knapp 1000 afghanische Sicherheitskräfte umfassen. (tso/dpa)

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