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Angela Merkel gedenkt in Zwickau der NSU-Opfer : „Wir werden alles dafür tun, dass sich solche Dinge nicht wiederholen“

Vor dem Besuch am Schwanenteich besuchte Merkel das Zwickauer VW-Werk. Aktivisten fordern von der Bundesregierung ein Dokumentations- und Bildungszentrum.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt am NSU-Gedenkort Schüler.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) begrüßt am NSU-Gedenkort Schüler.Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat in Zwickau den neuen Gedenkort für die Mordopfer des Nationalsozialistischen Untergrunds besucht. Merkel legte dort am Montag eine Blume nieder und gedachte der zehn von den Rechtsterroristen ermordeten Menschen. Merkel bekräftigte, die Bundesregierung werde alles tun, „damit sich solche Dinge nicht wiederholen“.

Begleitet wurde Merkel von Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU), Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) sowie Bundestags- und Landtagsabgeordneten. Merkel legte am Gedenkort Blumen nieder und hielt eine kurze Ansprache.

Kretschmer betonte, Sachsen sei „ein fröhliches, weltoffenes Land – und das muss auch so bleiben“. „Wir stellen uns Rechtsextremismus entschieden entgegen, für Demokratie, Meinungsfreiheit, eine offene Diskussionskultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt“, schrieb Kretschmer auf Twitter.

Erst Anfang Oktober wurde der Gedenkbaum des ersten NSU-Opfers Enver Şimşek am Schwanenteich abgesägt. Laut Zwickaus Polizeipräsident Conny Stiehl gibt es weiterhin keinen Tatverdächtigen. Vor Ort waren auch acht Schüler eines Zwickauer Gymnasiums dabei, unter ihnen der Schüler Jakob Springfeld.

Springfeld hatte nach der Entfernung des Gedenkbaums einen Protestmasch mit etwa 100 Schülerinnen und Schülern organisiert. Er sprach sich nach der Veranstaltung auf Twitter für die Einrichtung eines Dokumentations- und Bildungszentrums in Zwickau aus. Einen Brief mit dem Vorschläge habe er an die Bundeskanzlerin übergeben. An sie gerichtet sagte Merkel: „Wir brauchen aber auch mutige Menschen, und deshalb ist es so schön, dass heute junge Menschen mit dabei sind und sagen: Wir wollen mit dafür sorgen, dass sich so etwas in Deutschland nicht wiederholt.“

Zuvor war die Eröffnung des Gedenkortes von Angehörigen der Opfer kritisiert worden, die weder gefragt noch eingeladen worden seien.

Vor dem Gedenkort versammelten sich laut „Freier Presse“ auch etwa zehn Anhänger der Partei „Aufbruch deutscher Patrioten - Mitteldeutschland“ (ADPM) und „Zukunft Zwickau“. Sie riefen „Merkel muss weg“ und entrollten ein Transparent mit der Aufschrift „Propaganda stoppen“


Kanzlerin will Tempo beim Ausbau der E-Mobilität

Vor ihrem Besuch am Gedenkort besuchte die Bundeskanzlerin das Zwickauer VW-Werk zum offiziellen Produktionsstart des Elektroautos ID.3.

Merkel will sich zudem dafür einsetzen, dass der bisher schleppende Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos in Deutschland zügiger vorankommt. „Wir werden als Bund erhebliche Anstrengungen übernehmen“, sagte die CDU-Politikerin am Montag in Zwickau. Am Abend ist ein „Autogipfel“ im Kanzleramt in Berlin geplant, bei dem Politik, Branchenvertreter und Gewerkschafter einen konkreten Plan unter anderem für ein höheres Tempo beim Ausbau des Elektroauto-Ladenetzes diskutieren wollen. (Tsp,dpa/AFP)

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