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Angreifer war Islamist : Frankreich will gegen Radikalisierung innerhalb der Polizei vorgehen

Erneut muss Frankreich über Terror sprechen – diesmal innerhalb der Polizei. Die Regierung will nun sicherstellen, dass sich der Fall nicht wiederholt.

Polizeibeamte patrouillieren mit Gewehren vor dem Polizeipräsidium.
Polizeibeamte patrouillieren mit Gewehren vor dem Polizeipräsidium.Foto: Michel Euler/AP/dpa

Nach der tödlichen Messerattacke von Paris hat Frankreich Schritte zur besseren Aufdeckung von Radikalisierung innerhalb der Polizei angekündigt. Es werde zwei Aufklärungsmissionen geben, sagte der französische Premierminister Edouard Philippe der Zeitung „Le Journal du Dimanche“ am Samstag. Eine betreffe die Polizeipräfektur in der französischen Hauptstadt, die zweite die Geheimdienste, die mit der Terrorbekämpfung betraut seien. Die mutmaßlich terroristisch motivierte Messerattacke eines Polizeimitarbeiters auf Kollegen in Paris hatte in dem Land Entsetzen ausgelöst.

Der Chefermittler der Anti-Terror-Staatsanwaltschaft, Jean-François Ricard, hatte zuvor Details zu dem Tatverdächtigen bekannt gegeben. Der Mann sei vor rund zehn Jahren zum Islam konvertiert, erklärte Ricard. Außerdem habe der Angreifer Kontakt zu mutmaßlichen Anhängern der salafistischen Bewegung, einer ultrakonservativen Strömung innerhalb des Islams, gehabt.

Der Mann habe vor der Tat per Mobiltelefon ausschließlich religiöse Nachrichten mit seiner Ehefrau ausgetauscht. Diese tauche aber nicht in der Datei für islamistische Gefährder auf, sagte Ricard. Unmittelbar vor der Tat habe der Mann zwei Messer gekauft. Seine Bluttat habe nur wenige Minuten gedauert, bis er von einem Polizisten erschossen worden sei. Der Angreifer war nach Angaben des Chefermittlers mit extremer Gewalt vorgegangen.

Der Angreifer hatte am Donnerstagnachmittag in der Polizeipräfektur auf der Seine-Insel Île de la Cité vier seiner Kollegen getötet. Anschließend wurde er von einem Polizisten erschossen, der selbst erst wenige Tage im Einsatz war. „Die Ermittlungen werden nun fortgesetzt, um die Gründe für diese Tat und die Persönlichkeit des Täters genauer zu bestimmen“, kündigte der Chefermittler an.

Frankreich wird seit Jahren von einer islamistischen Terrorwelle erschüttert. Dabei sind bislang mehr als 250 Menschen ums Leben gekommen. Vor wenigen Monaten hatte ein 24-Jähriger in Lyon einen selbstgebauten Sprengsatz vor der Filiale einer Bäckereikette in einer Einkaufsstraße der südostfranzöschen Metropole platziert. Mehr als ein Dutzend Menschen wurde verletzt.

Gedenkfeier mit Präsident Macron am Dienstag

Für Dienstag sei eine Gedenkfeier in der Polizeipräfektur mit Präsident Emmanuel Macron geplant, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den Élyséepalast. Nähere Details zu der Feier sollten demnach am Montag bekannt gegeben werden.

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Pariser Angreifer soll Stimmen gehört haben
Pariser Angreifer soll Stimmen gehört haben

Die Messer-Attacke hatte in Frankreich Entsetzen und Trauer ausgelöst. Erst am Mittwoch hatten Tausende Polizisten in Paris für bessere Arbeitsbedingungen protestiert. Mehrere Gewerkschaften hatten zu dem „Marsch der Wut“ im Osten der Hauptstadt aufgerufen. Nach Angaben der Organisatoren, der Polizeigewerkschaft Unité SGP Police, waren in Paris rund 27.000 Polizisten auf die Straßen gegangen.

Wie der Radionachrichtensender Franceinfo berichtete, gab es in der Polizei seit Jahresbeginn rund 50 Suizide. Die Polizei gilt als chronisch überlastet. Seit 2015 machte ihr die Serie islamistischer Anschläge in Frankreich mit mehr als 240 Toten zu schaffen. Seit dem vergangenen Herbst stieg der Druck durch Gewalt am Rande von „Gelbwesten“-Protesten. (dpa, AFP,Reuters)

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