Annäherung : Südkorea will US-Truppen auch bei Friedensvertrag mit Norden behalten

Die Anwesenheit von US-Soldaten in Südkorea soll keinen Einfluss auf einen Friedensvertrag mit dem Norden haben. "Das hat nichts mit der Unterzeichnung zu tun", sagte Präsident Moon.

Amerikanische und südkoreanische Soldaten bei einer gemeinsamen Militärübung im vergangenen Jahr.
Amerikanische und südkoreanische Soldaten bei einer gemeinsamen Militärübung im vergangenen Jahr.Foto: dpa

Ein offizielles Friedensabkommen zwischen Nord- und Südkorea wäre nach Angaben des südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In nicht mit einem Abzug der in seinem Land stationierten US-Soldaten verbunden. Die US-Truppen in Südkorea seien "eine Angelegenheit des Bündnisses" zwischen beiden Ländern, sagte Moon am Mittwoch. "Das hat nichts zu tun mit der Unterzeichnung eines Friedensabkommens."

Zuvor hatte ein Berater des Präsidenten öffentlich erklärt, ein Friedensabkommen mit Pjöngjang könne die Anwesenheit von Soldaten der US-Armee, -Marine und -Luftwaffe in Südkorea in Frage stellen. Diese sei dann "schwer zu rechtfertigen", erklärte Moon Chung In in einer Fachzeitschrift für Außenpolitik. Im Süden der koreanischen Halbinsel sind 28.500 US-Soldaten stationiert.

Moon war am Freitag zu einem historischen Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in der entmilitarisierten Zone zwischen beiden Ländern zusammengekommen. Dabei bekannten sie sich zum Ziel eines dauerhaften und stabilen Friedens und einer atomwaffenfreien koreanischen Halbinsel.

Unterdessen trafen in Südkorea acht US-Tarnkappen-Kampfflugzeuge vom Typ F-22 zu einem gemeinsamen Manöver ein, wie das Verteidigungsministerium in Seoul mitteilte. Das zweiwöchige Manöver "Max Thunder" sei eine regelmäßige Übung und sei lange vor dem geplanten Gipfel zwischen Nordkoreas Machthaber Kim und US-Präsident Donald Trump angesetzt worden.

Die nordkoreanische Regierung wertete die gemeinsamen Militärmanöver Südkoreas mit den USA in der Vergangenheit immer als Provokation. Zuletzt schlug Nordkorea einen versöhnlicheren Ton an, im März äußerte Machthaber Kim bei einem Treffen mit dem südkoreanischen Gesandten Chung Eui Yong Verständnis für die gemeinsamen Militärübungen. (AFP,Reuters)

Der neue Morgenlage-Newsletter: Jetzt gratis anmelden!