• Anschläge während des Asean-Treffens: Vier Verletzte bei mehreren Explosionen in Bangkok

Anschläge während des Asean-Treffens : Vier Verletzte bei mehreren Explosionen in Bangkok

Mindestens sechs Sprengsätze sind in Thailands Hauptstadt Bangkok detoniert. Die Deutsche Botschaft rief zu erhöhter Wachsamkeit auf.

Ermittler untersuchen einen Ort einer Explosion.
Ermittler untersuchen einen Ort einer Explosion.Foto: Gemunu Amarasinghe/AP/dpa

Bei der Explosion von mindestens sechs kleinen Sprengsätzen in Thailands Hauptstadt Bangkok sind am Freitag mindestens vier Menschen leicht verletzt worden. Eine der Bomben detonierte während des morgendlichen Berufsverkehres einem Nahverkehrsbahnhof im Geschäftsviertel Silom. Die Anschläge ereigneten sich während des Asean-Außenministertreffens in der Stadt.

Die kleinen Sprengsätze, sogenannte Ping-Pong-Bomben von der Größe eines Tischtennisballs, explodierten an mehreren Orten in Bangkok, die aber alle weit vom Ort des Außenministertreffens entfernt waren. Im Stadtbezirk Suanluang gab es nach Behördenangaben drei Leichtverletzte. Die Sprengsätze waren demnach in Büschen am Straßenrand versteckt. Nach Angaben von Rettungskräften wurde noch ein vierter Verletzter in ein Krankenhaus eingeliefert.

Die deutsche Botschaft in Bangkok rief am Freitag in Thailand lebende Deutsche und Touristen landesweit zu besonderer Vorsicht auf. Es gelte, große Menschenansammlungen und belebte Orte wie etwa Einkaufszentren zu meiden.

Zwei Sprengsätze gingen in der Nähe eines bekannten Wolkenkratzers im Stadtzentrum hoch. Dabei ging nach Polizeiangaben Glas zu Bruch. An dem Mahanakhon-Hochhaus waren Experten für Bombenentschärfungen im Einsatz.

Dort wurde nach Angaben der Polizei niemand verletzt. Der Bahnhof wurde jedoch sicherheitshalber gesperrt. Zudem gingen an mindestens drei weiteren Orten Sprengsätze hoch. Bei den Verletzten handelt es sich um zwei Straßenkehrer.

Zum Hintergrund gab es zunächst keine Angaben. Premierminister Prayut Chan-o-cha, der vor fünf Jahren durch einen Militärputsch an die Macht kam, ordnete nach Angaben einer Sprecherin eine Untersuchung an. Zugleich teilte die Regierung mit, dass die Sicherheitsmaßnahmen verschärft worden seien. Ministerpräsident Prayut rief zudem die Bevölkerung auf, nicht in Panik zu geraten.

Erinnerung an Unruhen während eines Asean-Treffens

Die Detonationen weckten Erinnerungen an ein Asean-Treffen in Thailand vor zehn Jahren. Damals waren Demokratieaktivisten der sogenannten Rothemden in den Veranstaltungsort in der Küstenstadt Pattaya eingedrungen und hatten Wahlen gefordert. Im folgenden Chaos wurden Gipfelteilnehmer mit Militärhubschraubern in Sicherheit gebracht oder flohen mit Booten.

In Bangkok tagt am Freitag die Gemeinschaft Südostasiatischer Staaten (Asean). Zu dem Treffen sind auch die Außenminister aus den USA, Russland und China angereist. US-Außenminister Mike Pompeo warnte die Staaten in Südostasien davor, sich auf den Handel mit China zu verlassen.

Er appellierte an Staaten wie Indonesien, Thailand oder Vietnam, ihre „nationale Souveränität“ zu bewahren. Zugleich bot er eine noch engere Zusammenarbeit mit den USA an. Im Unterschied zu Chinas Handelspraktiken seien amerikanische Investitionen nicht dazu da, „einer Regierung, einer Partei oder dem imperialen Ehrgeiz eines Landes“ zu dienen.

Pompeo äußerte sich kurz nachdem US-Präsident Donald Trump noch höhere Strafzölle gegen die Volksrepublik angekündigt hatte. Die USA warnen schon seit längerer Zeit davor, dass die chinesische Initiative für eine „Neue Seidenstraße“ andere Staaten in die Schuldenfalle treibt. Der Asean-Gruppe gehören insgesamt zehn Staaten mit mehr als 600 Millionen Einwohnern an.(dpa)

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