• Anschlag auf Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris: Polizei fahndet mit Großaufgebot in Reims

Trauer auf Twitter

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Update
Anschlag auf Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris : Polizei fahndet mit Großaufgebot in Reims

15:51Uhr: Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande wird sich heute Abend um 8 Uhr in einer Ansprache an die Nation richten. Außerdem wird es in mehreren französischen Städten Demonstrationen geben. Aber auch die französische Botschaft in Berlin hat bereits reagiert und die Flagge auf Halbmast gesetzt. Außerdem soll es vor der Botschaft um 19 Uhr eine Versammlung zu Ehren der Opfer und für die Pressefreiheit geben. Über Facebook wird auch für 18 Uhr bereits zu einer Versammlung aufgerufen.

15:36 Uhr: Frankreichs Innenministers Bernard Cazeneuve erklärt, dass es drei Täter geben soll. Es werde alles getan, um die drei Kriminellen, die hinter diesem "barbarischen Akt" steckten, außer Gefecht zu setzen, sagte der Minister am Mittwoch nach einer Krisensitzung im Élysée-Palast. Konkrete Angaben zur jeweiligen Rolle der Attentäter machte Cazeneuve nicht. Zunächst war von mindestens zwei Angreifern die Rede gewesen.

15:19 Uhr: Auf Twitter trauern viele französische User, sie posten die Nachricht "Je suis Charlie" (Ich bin Charlie). Es gibt auch einen Hashtag dazu: #JeSuisCharlie. Für 19 Uhr ist eine Demonstration im Zentrum von Paris angekündigt. Aus Solidarität mit den Opfern und für die Pressefreiheit.

15:10 Uhr: Deutsche Sicherheitsexperten sind nach dem Anschlag auf das Satiremagazin in Frankreich besorgt und warnen vor Nachahmertaten in Deutschland. Sie vermuten, dass Rückkehrer aus dem syrischen Bürgerkrieg für den Anschlag verantwortlich sind. Mehr zu den aktuellen Einschätzungen der Sicherheitsexperten können Sie hier nachlesen.

15:05 Uhr: Aus der ganzen Welt herrscht Bestürzung nach den schrecklichen Bildern aus Paris. Auch in Deutschland ist die Trauer nach dem Terroranschlag groß. Oppositionsführer und Linken-Politiker Gregor Gysi zeigte sich in einer Pressemitteilung schockiert. Die Tat sei "zutiefst verabscheuungswürdig".

Der Mord an zwölf Menschen müsse mit aller Konsequenz juristisch verfolgt werden: "Mörder, die ihre Tat mit einer Religion zu rechtfertigen versuchen, sind genauso Verbrecher wie alle anders motivierten Mörder auch", schreibt Gysi. Er fügte hinzu, dass man aber nicht hinnehmen dürfe, wenn Rassisten und Ausländerfeinde eine solche fürchterliche Tat dazu missbrauchen würden, ihre Parolen gegen friedliche Mitbürgerinnen und Mitbürger anderer Herkunft zu verschärfen. "Das eine wie das andere ist nicht hinnehmbar", sagt Gysi.

"Charlie Hebdo": die Fahndung, die Ereignisse
Der Moment des Zugriffs der Sicherheitskräfte beim Supermarkt in VincennesWeitere Bilder anzeigen
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09.01.2015 15:23Der Moment des Zugriffs der Sicherheitskräfte beim Supermarkt in Vincennes

14:59 Uhr: Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist über den bewaffneten Überfall auf die französische Satirezeitung "Charlie Hebdo" tief bestürzt. Dieser Angriff ist eine abscheuliche Tat und zugleich ein Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit, schreibt der Rat in einer Pressemitteilung.
Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: "Die Meinungs- und Pressefreiheit ist unverzichtbar für die Demokratie. Gerade Satire ermöglicht die kritische Auseinandersetzung mit politischen Entwicklungen und ist damit ein Lebenselexier für den gesellschaftlichen Diskurs. Der Kulturbereich wird sich auch durch den abscheulichen Anschlag in Paris nicht einschüchtern lassen!"

14:44 Uhr: Die USA haben den Anschlag auf eine französische Satire-Zeitung "auf das Schärfste" verurteilt. "Jeder hier im Weißen Haus ist in Gedanken bei den Familien derjenigen, die bei diesem Angriff getötet oder verletzt wurden", sagte Präsidentensprecher Josh Earnest am Mittwoch dem Fernsehsender MSNBC. Die US-Regierung stehe wegen des Angriffs, bei dem in Paris mindestens zwölf Menschen getötet wurden, im engen Kontakt mit Frankreich. Washington sei bereit, bei der Aufklärung zu helfen.

14:40 Uhr: Der deutsch-französische Publizist Alfred Grosser hat mit Bestürzung auf den tödlichen Anschlag auf das Pariser Satiremagazin „Charlie Hebdo“ reagiert. „Man hat nicht erwartet, dass sich eine solche Mordtat gegen eine Satirezeitschrift richten würde“, sagte Grosser dem Tagesspiegel. Trotz der vorhergehenden Anschläge auf die Redaktionsräume des Magazins sei nicht abzusehen gewesen, „dass es einen Massenmord geben würde“, sagte Grosser weiter. Mit Blick auf Michel Houellebecqs umstrittenen Roman  „Unterwerfung“ kritisierte Grosser, dass das Werk „viel Reklame“ bekomme, „obwohl alle sagen, dass es ein furchtbares Buch ist“.

14:30 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erschüttert über den "niederträchtigen Anschlag" auf die Satire-Zeitung "Charlie Hebdo" in Paris gezeigt. "Diese abscheuliche Tat ist nicht nur ein Angriff auf das Leben französischer Bürgerinnen und Bürger und die innere Sicherheit Frankreichs", schrieb Merkel am Mittwoch in einem Kondolenztelegramm an den französischen Präsidenten François Hollande. "Sie stellt auch einen Angriff auf die Meinungs- und Pressefreiheit dar, ein Kernelement unserer freiheitlich-demokratischen Kultur, der durch nichts zu rechtfertigen ist."

Deutschland stehe "in diesen schweren Stunden eng an der Seite unserer französischen Freunde", schrieb die Kanzlerin weiter. Sie drückte in dem Telegramm dem französischen Präsidenten und seinen Landsleuten "die Anteilnahme der Menschen in Deutschland und mein ganz persönliches Mitgefühl" aus.

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