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Anzeige in "Washington Post" : Pornoproduzent bietet Millionen für Trumps Amtsenthebung

US-Pornoverleger Larry Flynt schreibt bis zu zehn Millionen Dollar für Material gegen den US-Präsidenten aus. Das Angebot erscheint großformatig in der renommierten "Washington Post".

US-Präsident Donald Trump
US-Präsident Donald TrumpFoto: AFP/Brendan Smialowski

US-Pornoproduzent Larry Flynt scheut keine Kosten, um Präsident Donald Trump aus dem Amt zu bekommen. In einer großformatigen Anzeige in der "Washington Post" vom Sonntag bietet Flynt, der Gründer des Magazins "Hustler", bis zu zehn Millionen US-Dollar Belohnung für Hinweise, die zu einem Amtsenthebungsverfahren und zur Entfernung Trumps aus dem Amt führen.

In einem langen Text führt Flynt zahlreiche Gründe an, die aus seiner Sicht Trumps Entmachtung notwendig machen. Zunächst bringt Flynt etliche Argumente gegen das "überlebte Wahlsystem", das letztendlich Wahlmännern und -frauen die Entscheidung gibt, aber die Stimme des einzelnen Wählers aus Flynts Sicht nicht ausreichend berücksichtigt. Trump hätte nach der absoluten Zahl der Stimmen gegen Hillary Clinton verloren.

Trump sei "auf gefährliche Weise unfähig", das Präsidentenamt zu bekleiden, schreibt Flynt weiter. Dann listet er sechs Anklagen gegen Trump auf. Der Präsident habe hundertfach gelogen und ignoriere, was in der Welt geschehe. Trump vermische Innen- und Außenpolitik mit seinen Geschäftsinteressen, er betreibe Vetternwirtschaft und berufe unfähige Leute in hohe Ämter. Der Präsident "konspiriere mit einer feindlichen fremden Macht, um die Wahl zu manipulieren", schreibt Flynt in Bezug auf die Kontakte von Trumps Wahlkampfteam nach Russland. Trumps sabotiere auch den Weltklimapakt von Paris.

"Aber am meisten beunruhigt, dass Trump, lange bevor die Apokalypse des Klimawandels kommt, möglicherweise einen Atomkrieg auslöst", so Flynt. Die außenpolitischen Entscheidungen Trumps beruhten nicht auf Vernunft, sondern auf Gefühl und unbedachten Tweets.

"Ein Amtsenthebungsverfahren wäre eine dreckige und strittige Sache, aber die Alternative - drei Jahre mehr an destabilisierender Fehlfunktion - wäre schlimmer", schreibt Flynt.

"Patriotische Pflicht aller Amerikaner"

Er könne die angebotenen zehn Millionen Dollar für Luxus ausgeben, schreibt Flynt weiter. "Aber was würde mir das bringen in einer Welt, die zerstört wird vom mächtigsten Schwachkopf der Geschichte?"

Er habe schon einmal Millionen Dollar als Belohnung ausgesetzt, um die Karrieren zweier republikanischer Politiker zu beenden, schreibt Flynt. Angesichts der derzeitigen Krise in den USA habe er den Einsatz aber erhöht.

Er gehe nicht davon aus, dass Trumps "Milliardärs-Kumpanen" ihn verraten würden. "Aber ich bin fest davon überzeugt, dass es viele Leute gibt, die wissen, für wen zehn Millionen Dollar eine Menge Geld sind", so Flynt. Er garantiere, dass er die angebotene Summe auch vollständig zahlen werde.

"Ich empfinde es als meine patriotische Pflicht, und die aller Amerikaner, Trump loszuwerden, bevor es zu spät ist", schließt Flynt den Anzeigentext. Dann folgen die Telefonnummer zu einer Hotline und eine Email-Anschrift, um Hinweise zu geben.

Flynt hatte im US-Wahlkampf die Demokratin Hillary Clinton unterstützt. Der "Washington Post" sagte Flynt, er erwarte Informationen "innerhalb der nächsten Tage" und werde alle seriösen Hinweise umgehend veröffentlichen.

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