Dierk Hirschel: Für „gute“ Arbeit und bezahlbaren Wohnraum streiten

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"Arbeitsplan" für die große Koalition : Worüber die SPD mal dringend nachdenken sollte

7. Dierk Hirschel: Weniger Erhard, mehr Keynes

Die SPD muss sich erneuern. Die Sozialdemokratie hat unter der Schröder-Regierung ihre Identität verloren. Sie ist heute nicht mehr der natürliche Anwalt der abhängig Beschäftigten und sozial Benachteiligten.

Die wichtigste Aufgabe einer sozialdemokratischen Partei ist aber die Verbesserung der Arbeits- und Lebensbedingungen der arbeitenden Bevölkerung. Das war und ist die DNA des sozialdemokratischen Reformismus.

Sozialdemokraten sollten konsequent für sichere, gesunde und tariflich entlohnte Arbeit streiten, die großen Lebensrisiken sozialstaatlich absichern und Wohnen wieder bezahlbar machen. Ferner müssen die Genossen arbeitnehmerorientierte Antworten auf den Wandel der Arbeitswelt durch Digitalisierung, neue Geschlechterrollen und Migration geben.

Einen Neustart braucht die SPD auch in der Wirtschaftspolitik. Die Partei Kautskys, Hilferdings und Schillers sollte eine Wirtschaftspolitik verfolgen, die auf Vollbeschäftigung, soziale Sicherheit und ökologische Nachhaltigkeit abzielt. Dafür braucht es mehr Keynes und weniger Erhard.

Wenn es der SPD gelingt, sich in der Arbeits-, Sozial- und Wirtschaftspolitik zu erneuern, könnte die Reha erfolgreich verlaufen.

- Dierk Hirschel ist Sprecher der Gewerkschaft Verdi

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