Atomgespräche : Nordkorea will Zeitplan verschieben

Die Gespräche über ein Ende des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms sind ins Stocken geraten. Ein Treffen der Delegationschefs wurde abgesagt. Streitpunkt sind die eingefrorenen Gelder Nordkoreas.

Peking - Nordkorea ließ eine geplante Gesprächsrunde platzen, weil es noch auf die vereinbarte Rückgabe von eingefrorenen 25 Millionen Dollar von einer Bank in Macao (China) warten will. Außerdem will Nordkorea die im Februar vereinbarte 60-Tage-Frist für die Schließung seiner Atomanlagen verschieben und erst von dem Tag an rechnen, wenn die freigegebenen Gelder auf dem Konto Pjöngjangs bei der Bank of China eingetroffen sind, wie diplomatische Kreise nach Angaben der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo berichteten.

Ein Treffen der Delegationschefs bei den Sechs-Länder-Gesprächen musste wegen der Verweigerungshaltung Nordkoreas abgesagt werden. Der Delegationschef Japans, Kenichiro Sasae, sagte laut Kyodo: "Es hat heute überhaupt keine Fortschritte gegeben".

Nordkorea will Atommeiler stilllegen

Nordkorea ist bereit, den Atomreaktor Yongbyon nördlich der Hauptstadt Pjöngjang stillzulegen und UN-Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) ins Land lassen. Das hat ein Sprecher des chinesischen Außenminister Liu Jianchao mitgeteilt. Einen Zeitrahmen nannte der Sprecher dabei aber nicht. Der Vertrag der Sechs-Länder-Gespräche vom vergangenen Monat sieht vor, dass der Atomreaktor bis Mitte April geschlossen werden soll. Dann sollen auch die IAEA-Inspektoren Zugang zu den Anlagen bekommen.

In der ersten Runde der Atomgespräche beider koreanischer Staaten, der USA, Chinas, Japans und Russlands seit dem Durchbruch im Februar sollten erste Einzelheiten des vereinbarten schrittweisen Abbaus des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms geklärt werden. (tso/dpa)

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