Atomstreit : Iran will weitere Zentrifugen bauen

Im Atomstreit hat Iran eine Ausweitung seines Nuklearprogramms angekündigt. Chefunterhändler Laridschani sagte, "bald" würden weitere Zentrifugen in Betrieb genommen. Außerdem werde Iran einen neuen Atomreaktor ohne fremde Hilfe bauen.

Teheran/Wien - Der Chef der iranischen Atombehörde und Vizepräsident, Gholamresa Aghasadeh, erklärt zudem, sein Land baue jetzt selbst ein Atomkraftwerk. Derweil kritisierte die EU das Verhalten Irans im Atomstreit als "inakzeptabel". Im Atomstreit hat Iran eine Ausweitung seines Nuklearprogramms angekündigt.

Laridschani betonte nochmals, Iran bevorzuge eine Lösung des Atomstreits auf dem Verhandlungsweg. Wenn die andere Seite aber die Sanktionen verschärfen wolle, werde Iran scharf reagieren. Im Weltsicherheitsrat bemühen sich derzeit vor allem die USA um eine Verschärfung von Sanktionen gegen Iran. Dieser ist bisher der Forderung des wichtigsten UN-Gremiums nach Einstellung seiner Urananreicherung nicht nachgekommen. Der Sicherheitsrat befürchtet, Iran wolle Atombomben bauen, was Teheran bestreitet.

UN droht Iran mit weiteren Maßnahmen

Vor dem Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie- Organisation (IAEO) verurteilte der deutsche UN-Gesandte Peter Gottwald in Wien die Verweigerungshaltung ungewöhnlich scharf und drohte Teheran mit weiteren Maßnahmen der UN. Die Ankündigung Teherans, weitere Gaszentrifugen zur Urananreicherung im Forschungszentrum Natans in Betrieb zu nehmen, sei "inakzeptabel und eine weitere Verletzung der UN-Resolutionen 1696 und 1737". In der Erklärung der EU, die unter anderem von den Balkanstaaten, der Türkei und der Ukraine unterstützt wurde, zeigte sich Brüssel vor allem besorgt darüber, dass Teheran insgesamt 48 Inspekteuren der IAEO die Einreise verweigere.

In Teheran kündigte Chefunterhändler Laridschani an, in die neuen 164 Zentrifugen werde demnächst das zur Anreicherung nötige Gas Uranhexaflorid (UF6) eingeleitet. Damit dürfte Iran noch weit davon entfernt sein, bis zum 20. März etwa 3000 Gaszentrifugen in Natans aufzustellen und mit der industriellen Produktion von angereichertem Uran zu beginnen, wie es Präsident Mahmud Ahmadinedschad mehrfach angekündigt hatte. Nach Erkenntnissen der Internationalen Atomenergieorganisation sind in Natans bisher 328 Zentrifugen installiert.

Bau eines neuen Reaktors angeordnet

Vizepräsident Aghasadeh wurde von der Nachrichtenagentur ISNA zitiert, auf Anordnung von Präsident Ahmadinedschad sei mit dem der Bau eines Atomreaktors mit einer Kapazität von 360 Megawatt begonnen worden. Über den Standort wurde zunächst nichts mitgeteilt. Bisher wurde nur in Buschehr im Süden des Landes mit russischer Unterstützung an einem Atomkraftwerk gebaut. (tso/dpa)

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