Attacke vor Sachsen-Wahl : Kretschmer greift AfD mit NPD-Vergleich an

Sachsens Ministerpräsident äußert scharfe Kritik an der Rhetorik der AfD. Brandenburgs Regierungschef Woidke wirft der Partei vor, Enttäuschungen auszunutzen.

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU).Foto: Matthias Rietschel/dpa

Vier Wochen vor den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg haben die beiden Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) und Dietmar Woidke (SPD) die AfD scharf kritisiert. "Von der AfD kommt eine Tonlage, die wir bisher nur von der NPD kannten", sagte Kretschmer "Focus Online". Woidke warf den Rechtspopulisten vor, sie versuchten die Enttäuschungen mancher Ostdeutscher auszunutzen.

In Sachsen und Brandenburg werden am 1. September neue Landtage gewählt. Umfragen sagen ein weiteres Erstarken der AfD voraus. Die Partei hat in beiden Ländern Chancen, stärkste Kraft zu werden.

Der sächsische Ministerpräsident Kretschmer kritisierte die Rhetorik der AfD. "AfD-Repräsentanten rennen durch die Gegend und nennen andere 'Volksverräter' oder 'Deutschlandhasser'. Oder sie starten Debatten mit dem Satz 'Die Jagdsaison ist eröffnet'", sagte er "Focus Online". Der CDU-Politiker bekräftigte seine Absage an jegliche Zusammenarbeit mit der Partei.

Kretschmers Brandenburger Kollege Woidke attackierte die AfD ebenfalls. Sie versuche "Nektar daraus zu saugen, dass wir in vielen Teilen, was die Erwartung auch der Menschen in die Deutsche Einheit betrifft, da noch nicht so weit sind, wie wir es gerne wollten", sagte er im Deutschlandfunk.

Als Beispiele nannte Woidke Unterschiede im Rentensystem und bei den Löhnen. "Das kann man 30 Jahre nach Mauerfall kaum noch jemandem erklären", sagte er in dem Interview, das am Sonntag ausgestrahlt werden soll. Gegen solche Ungleichheiten würden allerdings keine "platten Parolen" helfen, "sondern da hilft nur intensive Arbeit".

Woidke griff zugleich den AfD-Spitzenkandidaten bei der Wahl in Brandenburg, den Landesparteichef Andreas Kalbitz, an. Es sei "schwer gewöhnungsbedürftig, dass der Spitzenkandidat, der erst vor wenigen Jahren aus München hierher gezogen ist", jetzt den Menschen etwas über die Wende erzähle, "die er überhaupt nicht miterlebt hat". (AFP)

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